Konzert mit Wiener Brillanz. Künstler der Staatsoper begeistern

Von unserer Mitarbeiterin Elke Schilling

Küstrinchen. Er habe noch nie Schubert so intensiv gehört - mit Vogelgezwitscher und Windrauschen im Hintergrund, ließ Bernd Janowski am Sonnabend in der Dorfkirche Küstrinchen die reichlich hundert Zuhörer an seinen Eindrücken von einem außergewöhnlichen Konzert teilhaben. Der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg brachte mit dieser Bemerkung am Ende einer Veranstaltung mit auserlesenen Künstlern in Zusammenhang, was bei der Restaurierung der vor zwei Jahren noch baufälligen Dorfkirche erreicht wurde, was weiter zu tun sein wird und welchen Platz sie bei der Entwicklung eines vielgestaltigen geistig-kulturellen Lebens in der Uckermark zu leisten imstande ist.

Für weitere Instandsetzung

Das 1. Benefizkonzert, dessen Eintrittserlöse und Spenden ausschließlich der weiteren Instandsetzung der Dorfkirche zugute kommen werden, hatte durch Vermittlung von Börries und Marie-Luise von Stockhausen aus Warthe und mit organisiert vom Förderverein Dorfkirche Küstrinchen Künstler der Wiener Staatsoper nach Küstrinchen geführt. Geert Smits (Bariton), Cornelia Salje (Mezzosopran) und Christopher Espenschied (Klavier) haben gediegene Karrieren als Solisten, Liedinterpreten und Kammermusiker auf internationalem Parkett vorzuweisen.

Zwei knappe Stunden lang fesselten die Künstler ihre von nah und fern angereisten Zuhörer mit schönen Stimmen und einer wohl durchdachten Auswahl von Liedern, vorwiegend von Franz Schubert und Johannes Brahms sowie Texten von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Heine. Eine Hommage an die Uckermark: Das Lied "An die Mark", vertont von Hans Erich Pfistner nach einem Text von Ilse von Stach-Lerner, das, so Geert Smits, "ein wenig aus dem Rahmen des Konzerts fällt, aber perfekt in die reizvolle Natur hier passt". Damit harmonierend auch die mit Sträußen nach Bauerngärtenart ausgeschmückte Kirche, liebevoll arrangiert von Marie-Luise von Stockhausen.

Rührige Förderer

Der Gedanke, mit einem Benefizkonzert die weitere Instandsetzung der Künstrinchener Dorfkirche zu unterstützen, sei in vielen Gesprächen gereift, ließ Börries von Stockhausen gegenüber dem Uckermark-Kurier wissen. Die Künstler, langjährige Bekannte und ab und an Gäste im Warther Domizil der Stockhausens, ließen sich nicht lange bitten. "Am schwierigsten war es, einen geeigneten Termin zu finden", unterstrich Geert Smits das gemeinsame Anliegen, das am Ende der Veranstaltung alle Beteiligten beglückte. Nach langanhaltendem Beifall entließen die Konzertbesucher die Künstler erst nach einer Zugabe. Dieser Erfolg hatte viele Helfer. Gerade bei solch einem außergewöhnlichen Ereignis. So galt der Dank der Organisatoren unter anderem auch Fritz Jäger aus Conow bei Fürstenhagen, der dem Pianisten den Steinway-Flügel zur Verfügung stellte, und Detlef Wunsch, der die Künstler auf dem Archehof Gut Falkenhain kostenlos unterbrachte.

Der Erlös - einschließlich zahlreicher Spenden - aus dem 1. Benefizkonzert in Höhe von ca. 3700 Euro wird den Mitgliedern des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen und der evangelischen Kirchengemeinde Auftrieb gegeben haben, in ihren Anstrengungen um die Instandsetzung der Kirche nicht nachzulassen. Vieles bleibt noch zu tun: Die Kirchenfenster sind ohne Glas, das Mauergesims ist offen zum Dachgebälk, der Turm nur provisorisch gesichert...

Berechtigte Aussichten bestehen, dass es demnächst weitergeht, versicherte Bernd Janowski. Nicht zuletzt, weil das Benefizkonzert die dafür erforderlichen Eigenmittel des Vereins erheblich aufgebessert hat.

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