Sanierung Stein für Stein

 Marienkirche Bernau

Bernau (MOZ) Die Sonne tauchte die Ziegel der Marienkirche gestern Mittag in ein warmes Rot. Frühlingshafte Temperaturen luden zu einem Spaziergang um das Bauwerk geradezu ein. Der lohnt zurzeit auf jeden Fall. Die Kirche befindet sich nämlich direkt zwischen zwei Bauabschnitten. Nachdem im Dezember die Gerüste an der Nordeseite verschwanden, werden ab April neue den Fassaden des Chores erscheinen. Dann beginnt schon der zweite Abschnitt einer groß angelegten Sanierung, die insgesamt bis 2007 dauert und für die rund 850 000 Euro ausgegeben werden.

Bernau zwölf Uhr. Im Herzen der Stadt läuten die Glocken der Marienkirche zu Mittag. Die Zeiger der großen Turmuhr spiegeln sich in der Sonne, die die ganze obere Hälfte der Kirche bescheint. Ein geradzu idyllisches Bild.

Von den Passanten, die zwischen Bürgermeister- und Mühlenstraße vorbei eilen, nimmt kaum jemand das alles wahr. Alltag eben.

Aber sind es nicht gerade Kirchen, die zum Innehalten einladen? Und sei es nur, um beim Anblick eines so ehrwürdigen Bauwerkes einen Moment der Ruhe zu finden.

Die 1519 eingeweihte Bernauer Marienkirche macht für ihr Alter einen intakten Eindruck. Bauschäden sind für den Betrachter kaum zu erkennen. Und doch gibt es natürlich welche. "Teilweise schon so gravierend, dass sie früher oder später eine Gefährdung darstellen", sagt Pfarrer Thomas Gericke von der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien, die mit 3000 Gemeindegliedern Eigentümerin des Gebäudes ist.

Im vergangenen Sommer begann deshalb eine bis ins Jahr 2007 angelegte Sanierung, die im April fortgesetzt wird. Insgesamt stehen dafür 850 000 Euro zur Verfügung. Rund 470 000 Euro kommen aus Mitteln der Städtebauförderung, also je zu einem Drittel von Bund, Land und der Stadt. "Ohne diese Fördermittel wäre die Sanierung des riesigen Bauwerkes für unsere Gemeinde nicht möglich gewesen", sagt der Pfarrer. "Es wird wirklich eine große Summe aufgebracht, aber letztlich hilft die rechtzeitige Sanierung auch Geld zu sparen."

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