Truhe kehrt nach Kulturjahr zurück

Zur Rettung ihrer Gotteshäuser öffnet sich die Kirche weltlichem Leben

DOROTHEA VON DAHLEN

GROSS LÜBEN Bis zum Ende dieser Woche müssen die Groß Lübener noch ohne ihre Archivtruhe auskommen. Dann soll das kostbare Stück aus dem 16. Jahrhundert wieder in die Dorfkirche zurück kehren. Tausende Besucher dürften die im Innern mit Holzschnitten beklebte Kiste in den vergangenen Monaten bestaunt haben. Denn sie war Teil der Sonderausstellung "Gott in Brandenburg", die anlässlich des Kulturjahres 2005 vom 17. September an im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam gezeigt wurde.

Auch nach dem großen Jubiläumsjahr "1000 Jahre Christentum" wird es in der Groß Lübener Kirche wieder viele Veranstaltungen geben. Der Förderverein zum Erhalt des Gotteshauses hat bereits einen detaillierten Plan fürs ganze Jahr erarbeitet. Bis März, erzählt der Vorsitzende Bernhard Behrens, soll es noch regelmäßig Lesungen und kleine Vorträge in der Winterkirche geben. Unter dem Motto "Du hast keine Angst" ist beispielsweise am Donnerstag, 26. Januar, Spannendes über den Iran zu erfahren. Gerda Heusmann referiert über ihre Reise in das Land, Ilona Alizadeh-Saghati, die dort viele Jahre gelebt hat, wird etwas über die Lebensweise der Iraner und wichtige Hintergrundinformationen beisteuern.

Bad Wilsnacks einstiger Schulleiter Fritz Awe wird am 23. Februar wieder einen stimmungsvoll-gemütlichen Abend bei Wein und Wasser gestalten, bei dem wieder Freunde des Plattdeutschen auf ihre Kosten kommen. Er trägt Gedichte aus Mecklenburg vor.

Bauern aus der Region dürften sich für einen Erfahrungsbericht interessieren, den Hans Weiß voraussichtlich am 23. März in der Dorfkirche geben wird. Er wanderte vor vielen Jahren nach Kanada aus und hat seitdem in vier verschiedenen Ländern Landwirtschaft betrieben und kann darüber berichten, welche Entwicklungen den Bauern im Zuge der Globalisierung ins Haus stehen. Aufgrund zahlreicher anderer Veranstaltungen in der Region wird der Förderverein in den Monaten April und Mai eine kleine Pause machen.

Ein Hauch von Weltmusik zieht ab Juni in die Dorfkirche zu Groß Lüben ein. Den Anfang macht eine Gitarristin und Sängerin, die auf Flamenco und andere spanische Musik spezialisiert ist. Sie tritt am Sonntag, 18. Juni, ab 16 Uhr auf. Im Juli wiederum ist Klezmer-Musik zu hören. Weitere Konzerte sind geplant, aber noch nicht verbindlich gebucht.

Nicht zuletzt will der Förderverein auch seine Sammeltätigkeit in diesem Jahr fortsetzen. Für den Neuaufbau des Kirchturmes wurden bis dato 22 000 Euro eingenommen. Behrens und seine Mitstreiter hoffen, dass dies Summe durch die vielen Veranstaltungen wieder anwachsen wird.

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