JUSTKULTUR MUSS MEHR BESUCHER IN MEßDUNKER KIRCHE LOCKEN

Jahr der Entscheidung

HEIKO HESSE

MESSDUNK Für den Verein Justkultur, der die Dorfkirche Meßdunk zwischen Ostern und Herbst mit Leben erfüllt, wird 2004 zum Jahr der Entscheidung. "Wenn sich der Zuspruch nicht spürbar bessert, können wir uns das Engagement nicht mehr leisten und müssen überlegen, ob wir den Verein auflösen", sagt Katrin Willing, im Just-Vorstand für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Seien die Konzerte und anderen Veranstaltungen in den ersten Jahren stets gut besucht gewesen, "konnten wir etwa im vorigen Jahr froh sein, wenn 20 bis 30 Leute gekommen sind". Zu wenig, um einen qualitativ anspruchsvollen Betrieb aufrechtzuerhalten, meint Willing. Im März 1994 war der Verein an den Start gegangen, anfangs allerdings noch mit zahlreichen Freizeit- und Ferienprojekten für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus Berlin und Brandenburg.

Diese Zeiten seien längst vorbei. "Von denen, die damals angefangen haben, ist keiner mehr dabei", sagt Willing. Die Brandenburgerin ist vor acht Jahren dazu gestoßen. Von Beginn allerdings, und daran habe sich bis heute nichts geändert, hat die Kirche und deren Erhalt und Sanierung im Mittelpunkt der Vereinsaktivitäten gestanden. Und geschehen ist seit her eine Menge. Auch legt der Verein, er zählt laut Willing derzeit 17 Mitglieder, regelmäßig Hand an, um das Areal um das Kirchlein herum zu pflegen. "Alle 14 Tage ist Arbeitseinsatz." Spürbar gebessert habe sich das Verhältnis zu den Einwohnern der einstigen Kolonistensiedlung. "Als ich zum Verein stieß, gab es ständig Ärger mit der Bevölkerung - zu Recht angesichts des Lärms der Konzerte", betont Willing. Damals zelebrierte Just noch Rockkonzerte unter freiem Himmel, die oft bis in die Morgenstunden dauerten. "Heute bringen uns Meßdunker des Öfteren Blumen vorbei, mit denen wir die Kirche schmücken können." In Meßdunk leben laut Gemeindestatistik derzeit 28 Menschen in neun Häusern.

Mit dem diesjährigen Programm "setzen wir alles auf eine Karte". Zwar sind bekannte Größen unter den Künstlern. "Doch von denen ist bislang keiner in Meßdunk aufgetreten", sagt Willing. Los geht es Ostersonntag mit dem Wusterwitzer Duo "Inuso", das Rock- und Pop-Balladen präsentiert. Am 8. Mai steht der sanfte Rock der Gruppe "FF Malmoe" aus Potsdam auf dem Programm. Country- und Folk-Musik spielen "Holler und Wendel" aus Berlin am 5. Juni. Mit "Lesen in Gärten" geht es am 18. Juni weiter. Derweil dann in der Stadt Brandenburg das Havelfest tobt, "sollen sich bei uns die Leute zurückziehen können". Mit von der Partie ist unter anderem die Brandenburger Formation "Patchwork", die am 1. Oktober in der Kirche spielt.

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