MIT SPENDEN JEDES STÜCK DER DORFKIRCHE RETTEN

Gadower Förderverein präsentierte erstes rekonstruiertes Kirchenfenster / Geld kommt sogar aus Kanada

MADLEN WIRTZ

GADOW Die Dorfkirche in Gadow ist ihrem Erhalt ein kleines Stück näher gekommen. Zur Mitgliederversammlung des Fördervereins "Dorfkirche Gadow" wurde am Freitagabend das erste rekonstruierte Fenster, mit den wenigen erhalten gebliebenen Original-Glasscheiben, über dem Südeingang präsentiert.

Die Bleiverglasung hatte ein spezialisierter Rheinsberger Glaser vorgenommen. Die neuen Glasscheiben sind an die wenigen erhalten gebliebenen Originalscheiben angeglichen worden und fallen kaum auf. Auch der Fensterrahmen aus Holz und die Windeisen wurden nur aufgearbeitet und restauriert, beides konnte wieder verwendet werden. Demnächst bekommt der Rahmen auch einen wetterschützenden Farbanstrich, dann kann es wieder eingebaut werden.

Rund 580 Euro hat die Wiederherstellung des Kirchenfensters gekostet. Das Geld stammt aus Spenden. Die halbe Spende kam aus Übersee. Auf dem letzten Erntefest hatten auch Kanadier das Dorf Gadow besucht. "Sie fühlten sich dem Erhalt der Kirche eng verbunden", sagt Lydia Schüler. Über ihren privaten Kontakt, den die Seniorin zu den Kanadiern aufrecht erhält, ist die Geldspende zweckbestimmt nach Gadow geflossen.

In kleinen Schritten soll die Kirchensanierung fortgesetzt werden. Im vergangenen Jahr haben die Dorfbewohner mit vielen Arbeitseinsätzen die Kirche von Unrat befreit und so wieder begehbar gemacht. Inzwischen sind auch die gefährlich schiefen Treppenstufen wieder gerichtet worden. Regelmäßig finden auch wieder Gottesdienste in der Gadower Dorfkirche statt. Sogar eine Goldene Hochzeit wurde hier schon wieder gefeiert.

Inzwischen ist auch das mit Bangen erwartete Holzschutzgutachten erarbeitet. Jetzt soll das Dach über der Winterkirche saniert werden. Davon betroffen ist zwar nur ein Fünftel der gesamten Dachfläche. Doch diese Arbeit alleine wird auf einen Wertumfang von zirka 40.000 Euro beziffert. Wenn das Dorf 24.000 Euro aus Eigenmitteln auftreiben kann, dann könnten 16.000 Euro an Fördermitteln bereit gestellt werden. Darüber wurden die Mitglieder vom Förderverein in ihrer Versammlung am Freitag informiert. Der Verein will die Kirche unbedingt erhalten, sie soll nicht nur Gotteshaus bleiben, sondern auch das kulturelle Zentrum von Gadow sein. Deshalb wird es in diesem Jahr viele Veranstaltungen geben. Vorgeschlagen wurde eine Kunstausstellung. "Landrat Christian Gilde könnte hier auch seine Fotoausstellung präsentieren", sagte ein Vereinsmitglied. Das Theaterstück "Minna von Barnhelm" steht für den 21. Mai bereits fest im Programm. Zum Ostermarsch der Bürgerinitiative Freie Heide soll die Kirche am 27. März geöffnet bleiben. Zum Tag des offenen Denkmals am 11. September unter dem Motto "Krieg und Frieden" werden ebenfalls Besucher in der Gadower Dorfkirche erwartet.

   Zur Artikelübersicht