Pate für drei Kirchenfenster

Technische Fachhochschule unterstützt engagierten Freundeskreis

FRANK PECHHOLD

WILDAU Mit Spenden sollen vier große und 18 kleine Fenster der Wildauer Friedenskirche saniert werden. Dafür werden rund 16 500 Euro benötigt. Die Patenschaft über die Instandsetzung von drei bleiverglasten Fenstern auf der Orgelempore übernimmt die Technische Fachhochschule Wildau (TFH).

"Die Kirche ist ein kulturhistorischer Ort, eine Begegnungsstätte von Menschen", so TFH-Präsident Laszlo Ungvari. Darum engagiere man sich für die fachgerechte Aufarbeitung der Fenster. Während eines Spaziergangs mit Bürgermeister und Gemeindevertretern erfuhr Ungvari mehr über den vor drei Jahren gegründeten Freundeskreis "Friedenskirche Wildau". Dessen 21 Mitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, das Gotteshaus nebst ehemaligem Pfarrhaus zu erhalten. Aktuelles Vorhaben ist die angestrebte Sanierung weiterer lädierter Fenster.

Ursache für die sichtbaren Schäden ist Vandalismus. Als der damalige Pfarrer Hartwig Daewel 1996 nach Schwerin ging, war das Pfarrhaus nicht mehr bewohnt. "Jugendliche haben der Kirche ordentlich Schaden zugefügt", erzählt Ritter. Komplette Fensterfelder seien kaputt geschlagen oder eingeworfen worden. Weiter habe man die Fassade beschmiert. Ritter: "Wir hatten sogar ein Hakenkreuz am Portal dran." Alles gipfelte in einem Brandsatz, der ins Pfarrhaus geworfen wurde, aber zum Glück nicht zündete.

Mittlerweile schützen Metallgitter die Fenster. Für deren Instandsetzung wirbt der Freundeskreis seit April 2003. Beispielsweise geht es darum, zwei große Fenster im Kirchenschiff originalgetreu bemalen zu lassen. "Als mein Vater 1971 als Pfarrer nach Wildau kam, waren diese Fenster mit Glasbausteinen zugemauert", sagt Ritter. Zufällig seien die vermutlich im Zweiten Weltkrieg ausgebauten Fensterrahmen in einer Niederlehmer Kiesgrube wieder entdeckt, in der Kirche eingebaut und mit Antikglas bestückt worden.

Aktuell hat der Freundeskreis rund 12 500 Euro für die Fenster-Restaurierung eingeworben. Dabei handelt es sich größtenteils um Beiträge und Spenden der Mitglieder. Die Gemeinde trägt die Kosten für die rund 2500 Euro teure Aufarbeitung eines großen Fensters. "Wir übernehmen die Patenschaft über drei kleine Fenster", sagt Laszlo Ungvari.

Möglichst noch in diesem Jahr soll die Sanierung der Fenster beginnen. Wahrscheinlich wird die Firma "Glasgestaltung Berlin" damit beauftragt. "Wenn die Fenster fertig sind, bringen wir kleine Plaketten mit den Namen der spendenfreudigen Paten an", sagt Christian Ritter. An ihn können sich weitere Sponsoren jederzeit wenden. Anschrift: Kirchstraße 1, 15745 Wildau; (03375) 21 77 60; E-Mail: Chris_Tra_Ritter@gmx.de.

Märkische Allgemeine vom 14. Februar 2006

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