"Wir sind zum Handeln gezwungen"

Uwe Dummer, Vorsitzender des Fördervereins Wallfahrtskirche Alt Krüssow, auf der Suche nach Fördermitteln

BEATE VOGEL

ALT KRÜSSOW Über eine große Spende aus der Hauptstadt können sich die Mitglieder des Fördervereins für die Wallfahrtskirche in Alt Krüssow (Stadt Pritzwalk) jetzt freuen. Die Evangelische Hoffnungskirchengemeinde Neu-Tegel hatte zugunsten des alten Bauwerkes einen Adventsbasar veranstaltet. Vor wenigen Tagen überwies die Kirchengemeinde 3414 Euro auf das Konto des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg für Alt Krüssow.

Das freut den Vereinsvorsitzenden Uwe Dummer. Für Anfang Mai haben sich die Berliner Basarhelfer zu einem Besuch angekündigt. Sie wollen die Kirche einmal "in natura" sehen und hoffen auf eine Führung.

Zahl der Mitglieder ist gestiegen

Die großzügige Spende ist nicht das Einzige, worüber sich die Vereinsmitglieder freuen können. Anfang August 2005 hatte es ein Benefizkonzert des Förderkreises Alte Kirchen in Alt Krüssow gegeben. "Dabei kamen 500 Euro an Spenden zusammen", sagt Uwe Dummer. Zwei Mal empfingen die Vereinsmitglieder 2005 die Teilnehmer einer Giebeltour, erinnert sich der Vorsitzende: einmal aus Heiligengrabe, einmal aus Berlin. Dummer hatte den Besuchern nicht nur die Kirche mit ihrem außergewöhnlichen Giebel gezeigt, sondern auch den Verein und dessen Arbeit vorgestellt. Und ein Festgottesdienst am Heiligen Abend des vergangenen Jahres war so gut besucht, dass kein Platz mehr frei war.

Die Zahl der Vereinsmitglieder ist im Jahr 2005 auf 33 gestiegen, berichtet Dummer. Unter anderem konnte die Äbtissin Friedericke Rupprecht vom Kloster Stift Heiligengrabe als neues Mitglied gewonnen werden.

Uwe Dumme wurde Anfang Dezember als Vereinsvorsitzender bestätigt. Neben ihm sitzen seine Stellvertreterin Roswitha Schick sowie Ortsbürgermeisterin Sybille Buder und die Planerin Karin Kostka im Vorstand. Aus fünf Vorstandsmitgliedern wurden damit vier. "Gemäß unserer Satzung müssten im Vorstand nur drei Vertreter sitzen", erklärt Uwe Dummer.

Die Sanierung der Alt Krüssower Wallfahrtskirche lässt indessen auf sich warten. Zurzeit ist der Vereinsvorsitzende damit beschäftigt, Gelder aus Förderprogrammen der EU und auch aus regionalen Töpfen zu beantragen. "Der Verein sieht sich in der moralischen Verpflichtung, jetzt konkret etwas anzufangen." Man habe mit den vielen Veranstaltungen eine Öffentlichkeit, einen kulturellen Raum geschaffen. "Das war auch wichtig für die europäischen Programme", sagt Uwe Dummer.

Die Reparatur der Kirche ist mehr als dringend: So weht der kalte Winterwind am Giebel über dem Altar ins Kirchenschiff. Und obwohl die Bleiglasfenster mit feinen Netzen gesichert wurden, gehen sie zu Dummers Bedauern immer weiter kaputt. Die Substanz der dicken Mauern ist nach Ansicht des Vereinsvorsitzenden "eigentlich gut". "Die anderen Sachen summieren sich aber auf rund 600000 Euro."

Die Statik stimmt nicht mehr

Beispielsweise schiebt sich die neue Dachkonstruktion durch ihr eigenes Gewicht nach außen, sodass in den Rundbögen der Fenster Risse entstanden sind. Das Dach der kleinen Kapelle an der Nordseite ist laut Dummer gar einsturzgefährdet. Als man einst einen Schornstein für ein Öfchen in das Rippengewölbe eingesetzt hatte, seien Dachbalken entfernt worden, sodass die Statik nicht mehr stimme. "Wir sind zum Handeln gezwungen."

Das nächste kleine Ziel des Vereins ist es, im Frühjahr vor der Kirche einen Aufsteller mit einer Sitzgelegenheit zu platzieren, ähnlich wie am Heiligengraber Kloster Stift. So können sich Radwanderer über die Wallfahrtskirche informieren, während sie ihr Pausenbrot essen. Für den Aufsteller hofft der Förderverein noch auf Spenden. Nähere Infos dazu im Internet unter www.wallfahrtskirche-alt-kruessow.de oder bei Uwe Dummer unter Tel. 03395/700802.

Märkische Allgemeine vom 08. Februar 2006

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