Ehrensitz auf Lebenszeit

Innenausbau der Angerkirche ab Mai / Sponsoren kaufen Sitze der Empore

RAINER PLAGEMANN

BABELSBERG Anfang Mai beginnt der Innenausbau der Kirche auf dem Neuendorfer Anger. Die von bislang mehr als 100 Firmen unterstützte Sanierung des 156 Jahre alten Achteckbaus wird dann mit dem Einbau einer hölzernen Empore fortgesetzt, für die es noch einige wenige Zeichnungen und Fotos gibt, aber auch zeitgleich entstandene Emporen etwa in Glindow. Ein erstes Emporen-Modellstück ist dieser Tage aufgestellt worden zur Abstimmung mit der Denkmalpflege.

Verwendet werden soll für die tragende Konstruktion Originalholz aus Gebäuden, die zur Bauzeit der Kirche entstanden sind. So reißt die Firma Tausendfreund eine alte Scheune in Butzow bei Brandenburg ab, kostenlos für den Bauern, aber die alten Balken werden einst die Empore auf dem Anger tragen. Fußbodenleger Detlef Kudell hat seit mehreren Jahren ebenfalls Altholz für die Kirche eingelagert. Zusammen mit dem Holzfachzentrum vom Horstweg liefert er das Material für die Empore, deren Statik Diethelm Marche berechnet und deren Entwurfsplanung nach dem Vorbild des Kirchenbaumeisters Hesse vom ehemaligen Schlösserstiftungs-Baudirektor Martin Herborn beigesteuert wird. Die Zimmerei Gerhard Rühlicke will die Empore schließlich bauen; Farben und sonstiges Material werden vom Baustoffhandel Brun & Böhm sowie der Saicos Color GmbH besorgt. Restaurator Tom Zimmermann sorgt für die originalgetreue Farbfassung der Empore, auf der 46 Stühle stehen: 21 in der ersten Reihe, der Rest in der zweiten. 30 Sitze werden zu je 222 Euro an Privatsponsoren verkauft. Damit spricht man nach Auskunft von Bauleiter Roland Schulze den "mittleren Geldbeutel". Bislang hatte man goldene Gewölbesterne in drei Größen für 111, 222 und 444 Euro kaufen können. Wer einen Sitz bezahlt, hat ihn auf Lebenszeit reserviert. Der Name des Spenders steht auf dem Sitz. Vor jeder Veranstaltung wird er gefragt, ob er den Platz nutzen möchte, sonst bekommt ihn für das jeweilige Event ein anderer. Sein Ticket muss der Pate aber bezahlen.

Inzwischen ist die Haupteingangstür zur Straßenseite hin als Meisterstück von Tischler Uwe Schulz fertig und wird im März eingebaut. Wieder an ihrem Platz ist die filigrane neogotische "Tapetentür" neben der Kanzel, gefertigt von Tischler Mathias John.

Wenn Hiltrud Berndt vom Grünflächenamt am 24. Februar ihren beruflichen Abschied in der Angerkirche nimmt, will sie statt Geschenken für sich nur Geld für die Kirche. Das tat auch schon der Babelsberger Hans-Joachim Koeckeritz, der nach der Feier seines 40. Hochzeitstages 810 Euro an den Förderverein übergab. 800 Euro gab die frühere Orgelspielerin Gertrud Knuth aus Teltow - Ergebnis der Feier ihres 90. Geburtstages in der Kirche.

Stuhlpaten melden sich bitte unter 0331/29 68 16.

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