Leere Bekrönung enttäuscht viele Erwartungen

Metallspitze der Kirche soll Ostern golden glänzen

Küstrinchen (bs). Groß war die Spannung zahlreicher Neugieriger, als jetzt die Bekrönung der Küstrinchener Dorfkirche im Zuge der Bauarbeiten am Turm abgenommen wurde. Nicht zuletzt erhofften sich die Mitglieder des Fördervereins um Vorsitzenden Udo Gomoll, Geschäftsführer Bernd Janowski vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, aber auch Pfarrer Gerhard Stechbart und Lychens Bürgermeister Sven Klemckow aus dem Inhalt der Kugel Aufschlüsse über die Kirchen- oder Ortsvergangenheit. Doch so groß wie die Spannung war am Ende wohl auch die Enttäuschung.

Als Zimmermann Hartmut Rauter und zwei seiner Beschäftigten die kupferne Bekrönung Kugel, Wetterfahne mit der Jahreszahl 1828 und aufgesetzten Morgenstern sicher zur Erde gebracht und Restaurator Thomas Heyde aus Beeskow die Kugel geöffnet hatten, starrte man ins Leere. Das Behältnis enthielt rein gar nichts ein Fall, so Bernd Janowski, wie er ihn in seiner langjährigen Praxis noch nicht erlebt hat. Lediglich einen Hinweis habe man gefunden, eine eingeritzte Inschrift, die auf einen "Richter, Lychen" hindeutete und das Datum 1.7.1935 erkennen ließ. In jenem Jahr muss es, wie die Reparaturspuren verrieten, Ausbesserungen an der Bekrönung gegeben haben, schlussfolgerte er. Denkbar sei, dass dabei der Inhalt der Kugel sichergestellt worden war.

Auch Pfarrer Stechbart konnte über den Namen zunächst nur Vermutungen anstellen. Er sei sich aber sicher, sagte er, dass ältere Lychener sich entweder an den Vorgang von damals erinnern oder mit dem Namen Richter etwas anfangen könnten und sich meldeten. Möglicherweise habe der Mann ja eine Werkstatt für Metallarbeiten in Lychen betrieben. Ganz enttäuscht musste man dennoch nicht auseinandergehen. Bernd Janowski konnte einen überraschenden Vorschlag unterbreiten. Das günstige Angebot des Beeskower Restaurators eröffne die Möglichkeit, die Bekrönung sogar in vergoldetem Zustand auf die Kirchturmspitze zu setzen.

Auch wenn die Kirchenfenster noch zu erneuern sind und manch anderes noch nicht in Angriff genommen wurde, solle diese neue Bekrönung ein Zeichen setzen, einigten sich die Fördervereinsmitglieder. Während eines Gottesdienstes am Ostersonntag soll die Fertigstellung des Kirchturmes gefeiert und die Kugel mit Beigaben von Kirchengemeinde, Förderverein, Förderkreis Alte Kirchen und Stiftung Maßwerk aufgesetzt werden.

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