Schwere Bauschäden am Werbiger Kirchturm

Förderverein zur Rettung des Gotteshauses soll demnächst gegründet werden und um Spenden werben

ANDREAS KOSKA

WERBIG "Es ist ein Ort des Glaubens aber auch ein das Ortsbild prägendes Gebäude", hebt Ortsbürgermeister Ralph Charpentier hervor. Um so mehr bewegt jetzt ein Baugutachten, in dem schwere Schäden am Turm der Dorfkirche in Werbig dargestellt wurden. Das Mauerwerk löst sich vom Fachwerk, an zwei Stellen ist es angefault, ein Balken biegt sich leicht nach außen.

Insgesamt sind etwa 27000 Euro für die Reparatur notwendig. Eine Gesamtsanierung des Gotteshauses würde gar 76000 Euro kosten. Die Kirche und die Gemeinde verfügen nicht über so viel Geld. Da es nicht das einzige Kirchengemäuer ist, das Sanierungsbedarf hat, wurde vom Gemeindekirchenrat Sankt Marien in Belzig die Gründung von Fördervereinen angeregt. Insgesamt gehören zu dieser Gemeinde acht Feldsteinbauten und die beiden Belziger Stadtkirchen.

Ralph Charpentier hat diese Idee aufgegriffen und einige Mitstreiter um sich geschart. Gemeinsam wollen sie nun Anfang Januar einen Förderverein gründen. Bei einer Anerkennung der Gemeinnützigkeit könnten dann die Spenden wesentlich einfacher eingeworben werden. Immerhin haben Gönner dann die Möglichkeit, ihre Spende steuerlich geltend zu machen. Inzwischen wurde auch der Kontakt zum Verein Alte Kirchen aufgenommen. Er unterstützt engagierte Bürger bei der Gründung von Fördervereinen und Renovierungsmaßnahmen .

Nach der angestrebten Sanierung soll die Werbiger Kirche für Veranstaltungen geöffnet werden. Konzerte oder Lesungen wären denkbar, so Charpentier. Die Nutzung dürfe nur dem eigentlichen Zweck der Kirche nicht entgegenstehen. Man hofft mit den Veranstaltungen Geld für eine weitere Sanierung einzuspielen.

Pfarrer Klaus-Gerhard Reichenheim freut sich über das Engagement der Dorfbewohner. "Ich halte die Aktivitäten für ganz wichtig. Denn die Kirchen können nur gemeinsam gerettet werden", sagt er. Insgesamt bestehe an den Immobilien in den nächsten Jahren noch weit mehr Handlungsbedarf. Somit würden auch anderenorts Menschen gebraucht, die zum Erhalt der Gotteshäuser, Kirchhöfe und deren Umfriedung beitragen.

Wegen der Baufälligkeit und den akuten Gefahren an der Werbiger Kirche wird aus Vorsicht ein Zaun gezogen, der nur bei Gottesdiensten geöffnet wird.

Märkische Allgemeine vom 28. Dezember 2006

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