Christvesper in der Angerkirche

Rund 220 Besucher / Sponsoren für Emporenschmuck gesucht / Einweihung im Sommer

PEER STRAUBE

Christvesper in der Neuendorfer Angerkirche. 
Wer zum Weihnachtsgottesdienst in die Angerkirche wollte, musste rechtzeitig kommen
Foto: J. Liebe

BABELSBERG Mit einer Christvesper am Heiligabend ist erstmals ein Weihnachtsgottesdienst in der bis auf wenige Einzelheiten fertigen Neuendorfer Angerkirche gefeiert worden. Rund 220 Besucher drängten sich am frühen Abend in dem kleinen Gebäude, mehr als 100 mussten auf den nächsten Gottesdienst um 20 Uhr vertröstet werden.

"So voll habe ich das hier noch nie erlebt", freute sich Roland Schulze vom Förderverein. Der Zehlendorfer Pfarrer Christian-Matthias Waldmann, der zwischen 1985 und 1995 als Stadtjugendpfarrer auch in Potsdam tätig war, sprach in seiner Predigt von einem "Wunder", dass man in der Kirche nun wieder Weihnachten feiern könne. Zugleich erinnerte er an die Anfang 2005 verstorbene Fördervereinsgründerin Gisela Opitz. "Wir haben ihr viel zu verdanken", sagte Waldmann. Er selbst habe nur die Kirchenruine gekannt und sei nun zum ersten Mal nach dem Wiederaufbau wieder hier. "Einfach umwerfend" sei das Gefühl, hier predigen zu können, "ein richtiges Weihnachtserlebnis". Auch Schulze ist sich sicher: "Gisela Opitz wäre stolz auf das Erreichte." Zwei Tage zuvor erst war die neue Empore fertiggestellt worden, für deren Schmuckelemente an den Außenflächen noch Sponsoren gesucht werden. 15 Felder sind es insgesamt, 500 Euro kostet eins. Vier habe er über die Weihnachtstage bereits verkaufen können, sagte Schulze gegenüber der MAZ.

Auch die 24 Sitzgelegenheiten auf der Empore sind an Namen gekoppelt. Für alle konnten "Stuhlpaten" gewonnen werden. Im kommenden Jahr soll die Angerkirche offiziell eingeweiht werden. Einen konkreten Termin gibt es allerdings noch nicht. "Wir machen uns da keinen Stress", sagte Schulze. Irgendwann im Sommer werde es aber soweit sein. Neben dem noch fehlenden Schmuck solle die Empore auch noch ein neues, neogotisches Geländer erhalten nach dem Vorbild der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar erhalten, sagte Schulze. Bereits im Januar will man auf dem gepflasterten Fußboden eine aufgearbeitete, historische Dielung verlegen. Ebenfalls 2007 soll die Planung und Gestaltung der Außenanlagen erfolgen. Unter anderem will Schulz zufolge der Künstler Hubertus von der Goltz daran mitwirken. Rund 40 Firmen haben im abgelaufenen Jahr den Wiederaufbau der Kirche unterstützt. Alle Zusagen seien ohne Verträge rein auf mündlicher Basis erfolgt und eingehalten worden, freute sich der Baudenkmalpfleger.

Das geradezu überwältigende bürgerschaftliche Engagement beeindruckt auch andere Fördervereine. Solchen Elan, sagte etwa Hans-P. Rheinheimer, Ex-Chef des "Rufs aus Potsdam", der für den Wiederaufbau der Garnisonkirche wirbt, wünsche er sich auch für das einst stadtbildprägende Gotteshaus in der Breiten Straße.

Märkische Allgemeine vom 27. Dezember 2006

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