Farbe blättert vom Altar

Evangelische Kirche Stahnsdorf wirbt um Spenden für Teilrestaurierung

HEINZ HELWIG

STAHNSDORF Insgesamt fünfmal wird Pfarrer Peter Edert morgen am Heiligabend zu drei Familiengottesdiensten, zur Christvesper und zur Christnacht vor den kunstvoll verzierten Flügelaltar in der Stahnsdorfer Dorfkirche treten. Das Besondere an diesem Altar sind zweifellos seine geschnitzten Figuren, die die Heilige Dorothea, einen Heiligen im Bischofsornat vielleicht Sankt Bernhard oder Sankt Nikolaus , die Gottesmutter mit Christkind, die Heilige Katharina sowie die Heilige Barbara abbilden. Gekrönt wird diese heilige Allianz vom gekreuzigten Christus. Das spätgotische Kunstwerk aus dem 15. Jahrhundert ist das Prunkstück des Gotteshauses und wohl auch der größte Schatz der Evangelischen Kirchengemeinde Stahnsdorf.

Doch gerade um diesen müssen die Gemeindemitglieder jetzt bangen. Um die göttlichen Figuren erhalten zu können, brauchen sie dringend irdischen Beistand. Trotz einer umfassenden und fachgerecht ausgeführten Sanierung in den 80er Jahren setzen der Zahn der Zeit und die klimatischen Bedingungen in der Stahnsdorfer Dorfkirche während Heizperiode sowie bei den verschiedenen Veranstaltungen dem antiken Stück erheblich zu, dessen speziell aufgetragene Farbe sich mehr und mehr vom Holz ablöst.

Darum hat sich der Gemeindekirchenrat in Stahnsdorf vor einiger Zeit entschlossen, den Flügelaltar an den schadhaften Stellen umgehend restaurieren zu lassen. Nach Rücksprache mit der Denkmalpflege des Landkreises Potsdam-Mittelmark wurde auch ein geeigneter Restaurator gefunden, der nach dem Osterfest im nächsten Frühjahr die historisch wertvolle Kultstätte vor dem weiteren Verfall bewahren kann.

Knapp 4000 Euro wird diese Restaurierung kosten, wurde in einem Gutachten ermittelt. Das ist auch für die Evangelische Kirchengemeinde Stahnsdorf viel Geld, zumal der aktuelle Kirchenhaushalt eine solche Ausgabe nicht berücksichtigt. Zwar könnte auf Kollekten, Gemeindekirchgeld und Spenden zurückgegriffen werden. Doch das Kirchensteueraufkommen ist rückläufig. Pfarrer Edert befürchtet, dass sich die Zuweisungen daraus an seine Gemeinde mit jedem Jahr um annähernd fünf Prozent verringern werden. Zudem hat die Stahnsdorfer Kirche ihr neues Gemeindehaus zu unterhalten.

Dass es mittlerweile dennoch gelang, fast die Hälfte der benötigten Summe aufzubringen, ist maßgeblich dem Förderverein der Evangelischen Kirchengemeinde zu verdanken. Durch seine Initiative wurde bereits viel für die Konservierung der betroffenen Stellen des Flügelaltars gespendet.

Nun hoffen Pfarrer Edert und seine Gemeindemitglieder, dass sich weitere Unterstützer im Stahnsdorfer Pfarrbüro am Dorfplatz 3 oder unter 03329/6 21 18 melden, damit auch der Restbetrag bis zum Frühjahr zusammenkommt. Erst dann wird Peter Edert wohl erleichtert aufatmen: "Gott sei Dank!"

Märkische Allgemeine vom 23. Dezember 2006

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