Turmsanierung geht über den Winter weiter

Förderverein zieht Bilanz und gibt Ausblick

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Schilling

 Dorfkirche Küstrinchen
 Großbildansicht

Küstrinchen Die gute Nachricht, die Vereinsvorsitzender Udo Gomoll in seinen Bericht über das Tätigkeitsjahr 2004 eingebettet hatte, hatte offenbar schon "inoffiziell" die Runde gemacht und beflügelte förmlich die Jahresmitgliederversammlung des Fördervereins Dorfkirche Küstrinchen: Die Turmsanierung geht weiter.

Das ablaufende Jahr hatte ganz im Zeichen der Finanzmittel-Beschaffung gestanden, die für die Sicherung und Sanierung des Turmes und das Ausmauern des Gesimses erforderlich wären. Von rund 30 000 Euro war man ausgegangen, so Udo Gomoll, und glaubte auch, in der Zusammenarbeit mit dem überregionalen Ausbildungszentrum Wriezen und der Jugendbauhütte einen guten Weg gefunden zu haben. Zum einen konnte man den jungen künftigen Zimmerleuten und Maurern im Rahmen der Erstausbildung ein Objekt anbieten, bei dem ihre Facharbeit in der Region Bestand haben würde. Zum anderen könnte man auf diese Art und Weise Kosten sparen. Aber die Verweigerungshaltung der Kreishandwerkerschaft (Uckermark Kurier berichtete am 14. Oktober 2004) habe das vereitelt, stellte der Vereinsvorsitzende fest.

Man habe nach Alternativen gesucht, mit Partnern beraten und umgeplant, erklärte er. Letztlich habe man durch Beiträge des Fördervereins und der Stiftung Maßwerk sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz 20 000 Euro zusammen bekommen, die durch Sponsoring des erforderlichen Holzes durch die Familie von Stockhausen und der Dachsteine durch die Prenzlauer Firma Beez & Jeske GmbH erheblich aufgewertet wurden. Ungeachtet dessen könne man die weitere Kirchensanierung nicht in dem Maße voranbringen, wie es durch den Einsatz der Auszubildenden geschehen wäre, erklärte er. Einzig ein sehr entgegenkommendes Angebot des Lychener Zimmerers Hartmut Rauter habe den Ausschlag gegeben, dass man sich doch an die Turmsanierung herangewagt habe.

Klare Absprachen nötig

Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, ließ durchblicken, dass eventuell neue Hoffnungen bestünden, zu Fördergeldern zu kommen. Er informierte darüber, dass der Landkreis Uckermark "erstaunlicherweise", wie er sagte, seine Mittel für den Denkmalschutz aufzustocken und im kommenden Jahr anstelle von bisher jährlich 150 000 nunmehr 400 000 Euro bereitzustellen gedenke.

Architekt Stefan Broniecki machte zusätzlichen Mut mit seinem Auskunftsbericht über den baulichen Zustand des Kirchturmes. Der Turm sei in einem besseren Zustand als das Dach des Kirchenschiffes bei Baubeginn. Nach dem Einrüsten könne die Zimmererfirma darangehen, Dachsteine und Konstruktion abzubauen.

Sparren und Kaiserstiel - der senkrecht stehende Mittelbalken - seien zu etwa 50 Prozent geschädigt. Ungeachtet aller guten Worte, dass man mit dem zur Verfügung stehenden Geld die Turmsanierung angehen könne, bestehe der Gemeindekirchenrat auf klaren Absprachen, meinte Pfarrer Gerhard Stechbart. Denn noch immer drückten von den im ersten Bauabschnitt aufgelaufenen Schulden in Höhe von damals rund 40 000 Euro gut 17 000 Euro. Zur Schuldentilgung hatte die Kirchengemeinde Holzkosten in Höhe von rund 10 000 Euro aufgebracht. Der Förderverein habe aus Erlösen von Benefizkonzerten, aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und einer Zuwendung der Stadt Lychen rund 6400 Euro eingenommen, die in die Sanierung fließen.

Einen gänzlich neuen Aspekt, an den bislang wohl keiner zu denken wagte, brachte Bernd Janowski ins Gespräch. Es bestehe die Möglichkeit, zwei geeignete Bronzeglocken zu erhalten, die eine Kirchengemeinde aus dem Rheinland wegen Aufgabe ihres Gemeindezentrums zur Verfügung stellen könnte. Bis das spruchreif sei, müsse allerdings noch manches geklärt werden, meinte er. Ein Sponsoren-Fuhrunternehmen, das den Transport übernähme, hätte man allerdings schon.

   Zur Artikelübersicht