Ein Lied für die Glocke

Gestern Einweihung in Stüdenitz / Drei wieder klangvoll vereint

RENATE ZUNKE

 Kirche Stüdenitz

STÜDENITZ Eine besondere Premiere fand gestern in Stüdenitz statt. Die Bronzeglocke, 1474 für die damalige Wehrkirche gegossen, erschallte wieder - nach langer Zeit. Mit Orgelklängen und einer Predigt von Pfarrer Henning Utpatel begann der festliche Akt um 14 Uhr im 1856 erbauten neugotischen Gotteshaus. Anlässlich der Einweihung der Glocke hatte Peter Möbius extra das Lied "Sant Katerina ora pro Nobis" komponiert und getextet, das der Stüdenitzer Volkschor als Uraufführung zu Gehör brachte. Danach sprach Joachim Strenge, Vorsitzender des Fördervereins Kirche Stüdenitz e. V., zu den Gästen. Zu ihnen gehörten auch der ehemalige Neustädter Amtsdirektor Edmund Bublitz und der Stüdenitzer Bürgermeister Martin Krebs.

Dann war der große Moment gekommen. Joachim Strenge bat die Besucher des Gottesdienstes, die Kirche zu verlassen, um im Freien zuerst dem alleinigen Geläut der alten, neuen, dann dem Klang aller drei Glocken der Stüdenitzer Kirche zu lauschen. Zur Vorgeschichte: Die Bronzeglocke aus dem Jahr 1474 wurde am 10. Februar 1942 vom Turm genommen, um für die Rüstung eingeschmolzen zu werden. Dieses Schicksal hatte ihre zwei Schwestern ereilt, die 1725 und 1873 gegossen worden waren. Als Ersatz ließen die Stüdenitzer 1919 zwei Stahlglocken anfertigen.

Die alte Bronzeglocke überstand den Krieg wie durch ein Wunder. Sie wurde nach Stüdenitz zurückgebracht und leider beim Montieren auf den Stuhl beschädigt. So verstummte sie. Der Förderkreis, der sich im Jahr 2004 gründete, stellte sich die Sanierung der Bronzeglocke als eine Aufgabe. Sie gelang, dank vieler Spender. 10 107 Euro kamen zusammen. Am 12. August begrüßten die Stüdenitzer ihre Glocke nach erfolgreicher Reparatur im Dorf.

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