Turmzier mit Klein Wiebke

Barsikower Kirchturmkugel seit gestern wieder am alten Platz

Oliver Schulze und Klaus-Jürgen Grützmacher vom Gemeindekirchenrat sowie Barbara Linke, Vorsitzende des Fördervereins (v.l.) füllen die Kartusche. 
Oliver Schulze und Klaus-Jürgen Grützmacher vom Gemeindekirchenrat sowie Barbara Linke, Vorsitzende des Fördervereins (v.l.) füllen die Kartusche.
Foto: MAZ/Wolfgang Hörmann

BARSIKOW Noch in vielen Jahrzehnten wird man wissen, wie Wiebke Schröder als Baby aussah. Ihr Bild und wichtige Lebensdaten kamen gestern in eine Schatulle, gemeinsam mit der MAZ vom Tage, mit Münzen, einem Gemeindebrief, wichtigen Dokumenten, die über die Sanierung der Barsikower Kirche Auskunft geben. Der Beschluss des Gemeindekirchenrates zur Turmsanierung gehört dazu. Jörg Schandog aus Vetschau, sein Part ist die Sanierung des obersten Teils am Gotteshaus, tat die Kartusche in die originale kupferne Kugel. Hoch oben wurde sie verschlossen, auf eine neue Lanze gesteckt, die wiederum mit der Wetterfahne und einer Krone versehen. Die Wetterfahne aus Edelstahl trägt die Jahreszahlen 1743, sie erinnert an die Errichtung des Turmes, und 2006.

Normalerweise ist es üblich, dass Dokumente früherer Sanierer wieder den Wolken am Nächsten verstaut werden. "Aber die Kugel war leer. Dabei muss sie um 1900 herum letztmalig geöffnet worden sein", sagt Barbara Linke. Die Vorsitzende des dörflichen Fördervereins für die Kirche gibt sich etwas ratlos. Hat vielleicht gleich nach dem Zweiten Weltkrieg jemand zweifelhafte Geschichtsforschung betrieben? Spuren des Krieges jedenfalls gibt es an der Kugel. Spezialisten verschlossen zwei Löcher, einen Ein- und einen Ausschuss. Nun ließ sich die Erinnerung an die Gegenwart also wieder sicher aufbewahren. Das Foto von der kleinen Wiebke gehört nach Ansicht des Gemeindekirchenrates unbedingt dazu, ist sie doch - geboren am 15. Mai 2006 - jüngste Barsikowerin. Der Tag ihrer Taufe wird auch Tag der festlichen Einweihung nach Sanierung der Kirche sein. Am 14. Januar 2007 kommt dazu das für einige Jahre angesiedelte, dann wieder abgezogene Pfarrerehepaar Nagel aus Niederbayern ins Dorf. Schon viel früher werden die Gerüste abgebaut sein, spätestens bis zum Gottesdienst am Heiligabend.

Bilanz über das in den vergangenen Monaten Erreichte lässt sich jetzt schon ziehen. Saniert wurden die tragenden Holzkonstruktionen samt Turmspitze sowie das komplette Mauerwerk des Turmschaftes. Stabilität sichert der Einbau von drei Ringankern. Der Turm erhielt einen neuen Verputz und einen Farbanstrich nach restauratorischer Vorgabe. Fenster und Türen wurden in die Aufarbeitung einbezogen, teilweise hat das noch zu geschehen. Schließlich kam gestern die Turmzier an ihren Platz. Das Ganze kostet etwa 120 000 Euro, bereitgestellt von verschiedenen Institutionen, u. a. der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale.

Die Uhr allerdings ist allein aus Spenden angeschafft worden. Mitglieder des Fördervereins sammelten sie. mann (Ostprignitz-Ruppin)

Märkische Allgemeine vom 06. Dezember 2006

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