INNENAUSBAU DES ÜBER 200 JAHRE ALTEN GEBÄUDES FÜR 2004 GEPLANT

Kirche wird rundum schmuck

WERNSDORF Zumindest in einem Punkt sind sich die Wernsdorfer absolut einig: Ihre 200 Jahre alte Dorfkirche mitten im Ort ist ein Schmuckstück geworden.

Der einschiffige, verputzte Ziegelbau mit den hohen Rechteckfenstern zeigt sich in einem völlig neuen Gewand. Bisher kostete die Sanierung der von 1801 bis 1803 erbauten Kirche insgesamt rund 450 000 Euro. Dabei wurden nicht nur die gesamte Dachkonstruktion sowie die Fenster und Türen generalüberholt, sondern auch das unter Denkmalschutz stehende Gebäude in der Originalfarbe neu verputzt. Zuvor legten Experten unter dem Mikroskop Schicht für Schicht den Grundanstrich der alten Kirche frei. Die auf einer kleinen Anhöhe stehende Kirche verfügt jetzt auch über zwei kleine Bronzeglocken, die aus gegebenem Anlass geläutet werden können. Die alten Glocken bekamen einen denkwürdigen Platz unweit der 500 Jahre alten Linde unmittelbar neben der Kirche.

Die ursprünglichen Glocken waren 1917 für Kriegszwecke ausgebaut und erst 1922 erneuert worden. Allerdings wurden die Glocken damals falsch verankert, so dass der Turm Risse bekam.

"Äußerlich ist alles schick", stellt der ehemalige Wernsdorfer Bürgermeister Peter Janz fest. Der Innenausbau einschließlich Holz- und Malerarbeiten stehe aber noch aus. Dafür werden weitere 57 000 Euro benötigt. Janz geht davon aus, dass die Arbeiten bereits im nächsten Jahr in Angriff genommen werden können. Die Chancen dafür stehen gut. Zumal es Wernsdorf gelungen ist, in der Vorlage für die heutige Sitzung des Hauptausschusses neben der geplanten Innensanierung der Herder-Schule und dem Hortneubau in Zeesen in der nun 32 000 Einwohner zählenden Stadt Königs Wusterhausen auf Platz 3 der Prioritätenliste vorzurücken. Über diese Liste entscheidet der Landkreis letztlich über die Gewährung von Fördergeldern. Die Wernsdorfer hoffen, aus diesem Topf 10 000 Euro zu erhalten. Die verbleibenden 47 000 Euro wollen sie vor allem über eine Stiftung sowie ein gehöriges Maß an Eigeninitiative aufbringen. Allen voran der Kirchbau-Verein unter Vorsitz von Volker Schramm. So veranstaltet der Verein am 20. Dezember erneut ein Benefizkonzert mit Punsch- und Kuchenverkauf, dessen Erlös dem Wiederaufbau der Kirche zugute kommt.

Im 1801 geschlossenen Kontrakt veranschlagte das Königliche Oberbaudepartement für den Bau der Dorfkirche übrigens exakt 2264 Reichstaler, acht Groschen und zwei Pfennige.

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