Gute Nachricht zum Turmbau

An der Kirche in Barsikow beginnen in dieser Woche Arbeiten

WOLFGANG HÖRMANN

BARSIKOW Zur Dorfkirche in Barsikow gibt es zwei Nachrichten zu verkünden, eine gute und eine schlechte. Zuerst die schlechte: Der Zustand des Gotteshauses aus dem 15. Jahrhundert ist miserabel. Ziegelsteine bröckeln. Risse ziehen sich durchs Mauerwerk. Die Decke zeigt Wasserschäden. Die Glocken dürfen nicht geläutet werden, weil der Turm marode ist. Kirchturmuhren fehlen seit Kriegsende gänzlich.

Und nun die gute Nachricht: Die Kirche hat Freunde. Barbara Linke steht an ihrer Spitze. Die Neu-Barsikowerin ist Rentnerin und war in ihrem Berufsleben zuletzt Bauamtsleiterin im Amt Fahrland. Wie alle aus dem Freundeskreis, ist sie der festen Ansicht, dass eine Kirche ins Dorf gehört. Deshalb setzt sich die Gruppe für den Erhalt des höchsten Bauwerkes ein. Das Erhalten geht nur schrittweise. Aber ein Anfang ist gemacht. Davon kündet das Gerüst am Kirchturm.

Wer wissen wollte, was es damit auf sich hat, war vergangenen Sonnabend eingeladen, aus berufenem Munde Pläne zu erfahren. "Wir fangen in der nächsten Woche an", verkündete Wolfgang Schwarz. Der Mann vom Institut für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS) ist der Bauleiter in der ersten Sanierungsetappe. Sie soll bis zum Ende dieses Jahres abgeschlossen sein und betrifft zunächst nur den Turm. Da ist das Mauerwerk auszubessern. Ein Ringanker in drei Ebenen soll Festigkeit bringen. Schließlich wird die Fassade wieder verputzt. "Uns stehen 125 000 Euro zur Verfügung" sagt Barbara Linke. 40 000 Euro sind Eigenmittel der evangelischen Kirchengemeinde. Die selbe Summe kommt als Fördermittel hinzu. Die Landeskirche hat 20 000 Euro aufgebracht. Die restlichen 25 000 Euro kommen aus einem Kredit, aufgenommen von der Kirchengemeinde.

"Nicht in die Planungen einbezogen sind zwei Kirchturmuhren, die wieder die Zeit anzeigen sollen", erwähnt die Vorsitzende des Freundeskreises. Man benötige insgesamt 5000 Euro. Die Samstag-Veranstaltung bei Kaffee und Kuchen sollte auch Spender anregen, etwas zu geben. "Schade, dass nicht mehr gekommen sind", bedauerte Barbara Linke, weil viel mehr Kuchen da war, als die etwa 15 Besucher der offenen Kirche essen konnten. Sie haben noch etwas anderes verpasst. Wolfgang Schmidt, Pfarrer im Ruhestand aus Kyritz, spielte mehrere Stücke auf der Lütkemüller-Orgel.

So, wie sich das Gebäude präsentiert, dürfte es nicht das letzte Treffen gewesen sein. Schließlich ist für das Kirchenschiff noch keine Finanzierung da. Die Restaurierung dieser Bausubstanz wird noch einmal 100 000 Euro kosten.

Märkische Allgemeine vom 28. August 2006

   Zur Artikelübersicht