Altar ist ein Besuchermagnet

Offene Kirche in Buckau kommt gut an

BUCKAU "Es vergeht kaum ein Tag ohne Besuch." Seit der Altar im Mai wieder in der Buckauer Dorfkirche aufgestellt wurde, ist das Gotteshaus regelrecht zu einem Ausflugsziel geworden, erzählt Ute Gandow, Pfarrersfrau. Sogar die Gemeinde des Berliner Doms hat sich bereits angemeldet, will Altar, Gertrudis-Grabstein und die Heilige Maria besichtigen. Anschließend wird Domprediger Friedrich Wilhelm Hünerbein eine Andacht halten.

Mit dem kunstvoll verzierten Altar verfügt die Kirche im kleinen, nahe der Grenze zu Sachsen-Anhalt gelegenen Buckau über einen Schatz, der nach der Restaurierung erst wieder richtig zur Geltung kommt. Das gotische Schnitzwerk stammt aus der Zeit um 1400, zeigt Maria mit dem Jesuskind sowie die vier Heiligen: Katharina, Dorothea, Barbara und Gertrud. Die Seitenflügel sind mit den zwölf Aposteln bemalt. "Ehepaare und Radfahrer, aber auch ganze Reisebusse halten nun hier und wollen die Kirche besichtigen."

Mit der Rückkehr des Altars wurde das alte um 1200 gebaute Gemäuer zur offenen Kirche. Und sie haben noch einiges mehr vor, die Buckauer. Längst engagiert sich nicht mehr nur die Kirchengemeinde. Der Heimatverein und selbst die Dorfjugend packt mit an, wenn es etwa um die Vorbereitung von Kaffeetafeln und Grillwürstchen geht, mit denen der Eigenanteil für die Restaurierungen aufgebracht wird.

Das übrige Geld kommt von Spendern wie der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam. "Die Buckauer sind sehr engagiert, wenn es um den Erhalt und die Verschönerung der Kirche geht, die zu den ältesten Gotteshäusern in der Mark Brandenburg gehört", begründet Christian Ebert, Regionaldirektor der MBS mit Sitz in Belzig. Derweil hat der Frauenkreis schon weitere Pläne. Diese Gruppe, erklärt Ute Gandow, ist neben dem Heimatverein die treibende Kraft hinter den Arbeiten. Als Nächstes haben die zwölf Mitglieder des Kreises die Sanierung der Orgel ins Auge gefasst.

Eine Überholung wird aufwändig, weiß Ute Gandow. Die Zinnpfeifen wurden, wie vielerorts, während der Jahre des Ersten Weltkrieges demontiert und eingeschmolzen. Auf den Holzpfeifen ist die Orgel mehr schlecht als recht bespielbar. "Bei der letzten Hochzeit produzierte eine Pfeife einen so genannten Heuler ein durchgehender und unangenehmer Ton", erinnert sich Ute Gandow. Zum Glück hat der nicht für dauerhafte Verstimmung gesorgt. Das Paar kommt wieder zur Taufe ihres Kindes im August, übrigens die erste seit 13 Jahren.

Ferner steht der Gertrudis-Grabstein, der die Stufe zum Altar bildet, im "Visier" der Kirchengemeinde. Er wurde an zwei Seiten behauen, so dass die am Rand umlaufende Schrift nicht mehr vollständig entzifferbar ist. Nun soll ein Archäologe die fehlenden Zeilen untersuchen und damit vielleicht noch ein wenig Licht ins Leben der dort vor rund 800 Jahren begrabenen Frau bringen.

   Zur Artikelübersicht