Balkenköpfe nahezu in Serienproduktion

Überraschungen auch im ersten Bauabschnitt der Dachsanierung an St. Marien auf dem Berge zu Boitzenburg

Boitzenburg (jk). "Es zeichnet sich schon ab", sagt Silvia Grimmecke, "dass wir mit dem Geld nicht hinkommen". Und das ist sie eigentlich gewöhnt, die Vorsitzende des rührigen Fördervereins St. Marien auf dem Berge zu Boitzenburg. - Auch bei den vorangegangenen Sanierungsetappen am Turm der mittelalterlichen Kirche war das nicht anders.

Dass statt der einst fünf Balkenköpfe auf der Ostseite vom Dach über der Winterkirche nun "alle neune" erneuert und angeschuht werden müssen, wie Vorarbeiter Heino-Peter Gertz von der Prenzlauer Denkmalpflege GmbH sagt, war nicht vorauszusehen. Auch nicht, dass auf der Westseite gleich noch mal sieben hinzukommen. Plus Schwelle, Deckenbalken, Sparren. Das wahre Ausmaß des Schadens habe man "entdeckt, als die Balkenköpfe freigelegt waren. Bis dahin war ja das Dach drüber und Lehm - es gab keinen visuellen Ansatzpunkt", fügt Zimmermann Hartmut Plieth erklärend hinzu.

Etwas Gutes hat das über das geplante Maß hinausgehende Öffnen des Daches allerdings auch. Dabei sei man, berichtet Silvia Grimmecke, auf einst vorhandene, gemauerte und geputzte kleine Türmchen gestoßen, die früher mal das Gesims an Winterkirche und über der Grafenloge zierten. Die seien, tippt Zimmermann Hartmut Plieth "irgendwann mal überbaut worden - es war ja ein Schwachpunkt" in der Konstruktion.

Türmchen entstehen neu

Nun sollen die Türmchen, sagt Fördervereinsvorsitzende Silvia Grimmecke, wieder errichtet werden auf ihren "Stummelfundamenten" hoch droben, auf jeder Seite zwei. "Der Denkmalschutz hat darauf bestanden."

Das wird die Kosten in diesem 1. Bauabschnitt der Dachsanierung über beiden Seitenflügeln, für den 130 000 Euro veranschlagt sind, zwar auch nach oben treiben, doch nicht allein - und wohl auch nicht so wesentlich. Die "Verteuerung" kommt vor allem dadurch zustande, dass die aufwändigsten Sanierungsarbeiten, wie Heino-Peter Gertz erklärt, eigentlich nur im Bereich der Kehle vorgesehen waren. Nun aber werde man, schätzt der Vorarbeiter, mit 10 Kubikmeter zu verbauendem Holz über beiden Seitenflügeln nicht auskommen. Hinzu komme das freilich nicht ganz so stark geschädigte Kirchenschiff. "Für den gesamten Dachstuhl", überschlägt der Fachmann, "reichen 15 Kubikmeter nicht". Es gibt trotz dieser Kostenexplosion aber auch, sagt Silvia Grimmecke erfreut, einen zuversichtlich stimmenden Lichtblick: Graf Adolf Heinrich von Arnim habe eine Holzliste angefordert. Er möchte, wie das Vereinsmitglied wissen ließ, das Holz für die Dachstuhlsanierung sponsern.

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