SANIERUNG DER KLINKER BEGONNEN / 46 000 EURO FÖRDERMITTEL EINGETROFFEN

Kirche wird Kulturzentrum

UTA SCHMIDT

SCHULZENDORF Einen wichtigen Etappensieg bei der Sanierung der Patronatskirche am denkmalgeschützten Dorfanger von Schulzendorf haben die Mitglieder des eigens zu diesem Zweck gegründeten Fördervereins errungen: Vor einigen Tagen wurde das Gerüst am neugotischen Klinkerbau errichtet, der Bau konnte beginnen. "Jetzt erfolgt die Klinkersanierung und die Instandsetzung der Staffelgiebel, ab September dann die Dachneueindeckung einschließlich der Dachklempnerarbeiten. Das gesamte Gesims, Dach und die Giebel werden damit instand gesetzt", so Vereinssprecherin Rita Koppe. In diesem Jahr sollen 83 000 Euro verbaut werden, für das nächste Jahr ist die Sanierung der Innenraumes mit Fenstern, Innenputz, Garderobe und Toilette vorgesehen.

Die 1865 erbaute Patronatskirche, die Eigentum der Gemeinde ist, soll 2007 neben der Mehrzweckhalle als funktionsfähiges Kulturzentrum dienen. Rund 120 Personen sollen sich dann an Konzerten, Ausstellungen und anderen Veranstaltungen erfreuen.

"Seit drei Jahren bemühen wir uns um Fördermittel", sagt Wilfried John stolz über den Baufortschritt. Er ist Vorsitzender des 1999 gegründeten Vereins zur Wiederherstellung der Patronatskirche und des Dorfangers in Schulzendorf. Um über 38 000 Euro aus dem Denkmalschutzsonderprogramm "Dach und Fach" und knapp 8000 Euro aus dem Topf der Denkmalpflege des Landkreises zu sichern, musste die Gemeinde in diesem Jahr 19 300 Euro Eigenmittel zur Verfügung stellen. Und weil diese Finanzmittel flossen, gab das Arbeitsamt zudem grünes Licht für die Förderung von zwei Arbeitskräften, die für den Fassaden- und den Dachbau den ausführenden Firmen zugeordnet werden. "Wir freuen uns, dass für die Maurerarbeiten an der Fassade die Schulzendorfer Firma Knitter den Zuschlag erhielt", sagt Rita Koppe.

Doch die Organisation von Förder- und Haushaltsmitteln war nur ein Ergebnis der Vereinsarbeit. Ebenso hervorzuheben sei die Einwerbung von Spenden. In drei Jahren konnte der Verein inklusive Mitgliedsbeiträgen über 53 500 Euro, davon 30 000 aus der Sparkassenstiftung einnehmen. Dieses Geld wurde bereits für ein Notdach und die Instandsetzung der Holzkonstruktion ausgegeben. Noch sind 5000 Euro in der Vereinskasse übrig, die für die Klinkersanierung vorgesehen sind.

Außerdem hat sich bewährt, dass Urkunden über den Besitz von Dachziegeln "verkauft" wurden. Einnahmen sichern ebenso jährlich vier kulturelle Veranstaltungen im einstigen Gotteshaus.

Neben der Gemeinde unterstützen aber auch ortsansässige Firmen das Vorhaben. Verantwortlich für die Bauplanung ist das Ingenieurbüro von Volker Krienitz, der selbst dem Förderverein angehört. Aber auch Tischlermeister Tröger, der die alten Holztüren aufmöbelt, die Schulzendorfer Elektro GmbH oder Elektromeister Bunde, der den Kronleuchter wieder zum Strahlen brachte, werden vom Verein hervorgehoben. "Wir suchen noch einen Sponsor, der die rund 10 000 Euro teure Restaurierung unserer Einzeigeruhr ermöglicht", so Rita Koppe. Dies sei eine Besonderheit der alten Dorfkirche.

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