RADEWEGER KIRCHDACH-VEREIN WILL SCHUKE-INSTRUMENT RESTAURIEREN LASSEN

Die Orgel soll wieder erklingen

MARCUS ALERT

RADEWEGE Am 29. August soll die Radeweger Schuke-Orgel von Bischof Wolfgang Huber neu geweiht werden. Bis dahin ist aber noch ein langer Weg. Denn dem im Jahre 2000 gegründeten Förderkreis Dorfkirche Radewege, dem Verein Kirchdach, fehlen derzeit noch mindestens 3000 Euro von 15 000 Euro für die dringend erforderliche Reparatur des Musikinstrumentes. Der Auftrag ist bereits ausgelöst. Künftig soll das Musikinstrument wieder bei Gottesdiensten, Trauungen, Taufen und Konfirmationen erklingen.

Mit einem Spendenaufruf, der an alle Haushalte in Radewege gehen soll, will der 50 Mitglieder zählende Verein nun noch das restliche Geld aufbringen. Das wurde auf der Mitgliederversammlung beschlossen. Bei dieser Zusammenkunft wurde auch der Vorstand mit Steffen Wilkening (Vorsitzender), Alfred Arndt (2. Vorsitzender) und Jürgen Pinnig (Schatzmeister) im Amt bestätigt.

Mit der Firma Fahlberg aus Eberswalde steht bereits der Betrieb fest, der die Restaurierung der im Jahre 1895 entstandenen Orgel übernimmt. Dieses Instrument ist das erste Werk der Firma Schuke und bis heute praktisch unverändert erhalten geblieben. "Das Musikinstrument wird vor Ort komplett auseinander genommen", erläutert Wilkening. Schließlich müsse der Holzwurm bekämpft und die Prospektpfeifen erneuert werden. Diese Pfeifen mussten die Radeweger im Ersten Weltkrieg zur Verfügung stellen und wurden später durch welche aus Zink ersetzt. Jetzt sollen wieder Pfeifen aus englischem Zinn angefertigt werden.

Für zusätzliche Kosten sorgt der Blasebalg, der Luft verliert und daher durch eine Elektrogebläseanlage ersetzt werden muss. Im August soll die Orgel dann erstmals wieder erklingen. Jedoch nicht am jetzigen Standort auf der Empore, wo sie seit den 1950er Jahren steht, sondern im Turmbereich, sechs Meter weiter hinten. "Wir wollten die Orgel nicht dem weiteren Verfall überlassen", sagt Wilkening. Laut Pinnig beteiligen sich das Konsistorium der evangelischen Kirche (2500 Euro), die Radeweger Kirchengemeinde (1600 Euro) und auch die Kommune an den Kosten. Den größten Teil des Geldes muss aber der Verein aufbringen.

Für den Förderverein "Kirchdach" ist die Orgel das zweite große Vorhaben. Denn mit einem Aufwand von 9000 Euro konnten die Mitglieder auch schon das Abstürzen der Radeweger Kirchenglocken verhindern. Mit dem Geld wurde der marode Glockenstuhl erneuert und die Klöppel der Glocken repariert. Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch gleich eine elektronische Läuteanlage installiert. "Von Montag bis Sonntag lassen die Glocken jetzt immer um 18 Uhr den Tag ausklingen", berichtet Vereinschef Wilkening.

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