Wieder mit "Zwiebelspitze"

Werbiger sammeln für den Aufbau des Matthäus-Kirchturms

UWE KLEMENS

 Dorfkirche Werbig

WERBIG "Ob's was wird, sei dahingestellt", sagt Peter Weißbrodt und nippt an seinem Bier. "Aber wenn man nicht Optimist ist, braucht man gar nicht erst anzufangen!" Wieder einmal war am gestrigen Karfreitag der Kirchturm das Gesprächsthema im Gasthaus "Zur Eisenbahn". Kein Wunder, ist doch die Wirtin Angela Schulze nicht nur Ortsbürgermeisterin des 277 Einwohner zählenden Dorfes, sondern auch Vorsitzende des erst im November gegründeten "Fördervereins Wiederaufbau Kirchturm Werbig". Auch Peter Weißbrodt ist im Vorstand. Mit 14 Gründungsmitgliedern haben sie im November begonnen. 19 sind sie mittlerweile.

Das Ziel ist klar: Wiederaufbau des einst in Fachwerkbauweise errichteten und 1963 abgerissenen Kirchturms samt zwiebelförmiger Spitze. "Ob der Turm damals wirklich so baufällig war, dass man ihn nicht mehr retten konnte" - Peter Weißbrodt hat da so seine Zweifel. Dass es der Kirchturm war, den er als Kind stets als erstes sah, wenn er mit dem Bus von Jüterbog in Richtung Werbig fuhr, weiß er noch ganz genau.

Auf 80 000 Euro beläuft sich der Kostenvoranschlag für den Wiederaufbau. Knapp 1000 haben die Förderer mit ihrer besonderen Sparbüchse bereits eingesammelt. Die hat Bernd Ewald in Form der Werbiger Matthäus-Kirche nachgebaut. Zur Rentnerweihnachtsfeier war sie das erste Mal im Einsatz.

Wenn es den Turm eines Tages wieder gibt, soll auch die erhalten gebliebene, heute auf einem Gestell neben der Kirche aufgehängte Glocke wieder hinauf. Ihre kleinere Schwester wurde Anfang der 40-er Jahre eingeschmolzen - fürs Vaterland und für Granaten. (Teltow-Fläming)

Märkische Allgemeine vom 15. April 2006

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