Senftenberg: Wendische Kirche wird soziokulturelles Zentrum

Stadtkirche von  Senftenberg
 
Stadtkirche von  Senftenberg

Senftenberg (epd). Der Ausbau der Wendischen Kirche in Senftenberg zu einem soziokulturellen Zentrum wird vom Land Brandenburg gefördert. Für die rund 400.000 Euro teure Innensanierung der denkmalgeschützten evangelischen Kirche im südbrandenburgischen Braunkohlerevier würden 90.500 Euro zur Verfügung gestellt, teilte Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) am 27. März in Potsdam mit. Weitere Mittel in Höhe von 185.000 Euro sollen von der Bundesanstalt für Arbeit und vom Landkreis kommen. 147.000 Euro müssen die Gemeinde und der Kirchenkreis aufbringen.

Mit einer Festveranstaltung soll am 10. Mai symbolisch der Baubeginn gefeiert werden, teilte Pfarrer Manfred Schwarz in Senftenberg mit. Eine Schatulle mit Dokumenten, darunter auch eine Namensliste der rund 150 Spender, werde in einer Wand der Kirche eingelassen. Die Bauarbeiten für die Innensanierung sollen am 13. Mai beginnen.

Die erste wendische Kirche wurde in Senftenberg nach der Reformation im Jahr 1540 errichtet. Mehrfach musste das Bauwerk nach Bränden erneuert werden. Die derzeitige Wendische Kirche in direkter Nachbarschaft zur deutschen Kirche wurde 1749 in nur acht Monaten errichtet.

1834 mussten die Gottesdienste wegen Baufälligkeit eingestellt werden. In den folgenden Jahren wurde der Sakralbau mehrfach saniert. Der letzte Gottesdienst in wendischer Sprache wurde 1881 gehalten. 1993 war der Abriss der Kirche vorgesehen, das Bauwerk wurde jedoch unter Denkmalschutz gestellt und zunächst die Fassade saniert. Seit mehreren Monaten bemüht sich ein Förderverein um den Ausbau der Kirche zu einem soziokulturellen Zentrum für Südbrandenburg.

epd-Wochenspiegel, Ausgabe Ost vom 04. April 2002


 
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