Die Dorfkirche von Trebus (Oder-Spree)

Foto: Uwe DonathGroßbildansicht

In ihrer Grundsubstanz stammt die Trebuser Dorfkirche noch aus dem Mittelalter. Sorgfältig behauene und geschichtete Granitsteinquader im Mauerwerk weisen darauf hin, dass im Zuge der deutschen Besiedlung des als Missionsbistum gegen die heidnischen Lutizen bereits 1124/25 gegründeten Bistums Lebus hier schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine dauerhafte Feldsteinkirche errichtet wurde. Auf den zweiten Blick jedoch erkennt der Betrachter, dass zahlreiche Brüche und Eingriffe im Laufe der Jahrhunderte das Erscheinungsbild des Gotteshauses wesentlich verändert haben.

 
 
Fotos: Ev. Kirchengemeinde

Während des Dreißigjährigen Krieges wurden Dorf und Kirche stark zerstört; der Ort lag sogar für längere Zeit wüst. Erst für das 18. Jahrhundert sind in den in den originalen Bauakten, die ein Trebuser Einwohner aus dem 1945 zerstörten Gutshaus bergen konnte, zwei größere Renovierungen überliefert: 1742 durch den geheimen Rat von Risselmann und 1774 auf Veranlassung einer Frau von Selchow, die zu der jeweiligen Zeit als Rittergutsbesitzer auch das Kirchenpatronat innehatten. Die Umbauten erfolgten "nach reformierter Weise einfach und ohne alle Verzierungen", sind jedoch am Baukörper gut ablesbar: Die Fenster und wohl auch das Portal auf der Nordseite wurden in der heute noch erhaltenen Form vergrößert und mit einem rundbogigen Abschluss versehen sowie ein mehrfach abgestuftes Gesims zwischen Mauerabschluss und Dachhaut aufgemauert. Teile des Mauerwerks wurden verputzt. Zudem erhielt das zuvor turmlose Kirchengebäude einen bescheidenen barocken Turmaufsatz aus Fachwerk, um die Glocken aufzunehmen. Aus dem ursprünglichen Baubestand ist auf der Südseite des Kirchenschiffes eine zugemauerte gotische Türöffnung erhalten geblieben. Stolz ist die Gemeinde auf eine alte Kirchenbibel, die dem Gotteshaus laut handschriftlichem Eintrag im Jahr 1700 vom Geheimen Rat von Risselmann gestiftet wurde und auf einen 1760 von der Landrätin von Selchow für die Kirche erworbenen Abendmahlskelch.

Einen weiteren gravierenden Einschnitt erlebte die Trebuser Kirche am Ende des Zweiten Weltkrieges. 1945 wurde die Kirche als "Militärdepot" genutzt und beim Rückzug der deutschen Truppen von diesen angezündet. Die Kirche brannte vollständig aus. Bis auf die gerettete Wetterfahne aus dem 18. Jahrhundert wurde dabei die gesamte Ausstattung vernichtet. Mit dem Wiederaufbau wurde bereits 1953 begonnen; am 7. November 1955 konnte die Wiedereinweihung gefeiert werden. Damals entstand auch die schlichte hölzerne Ausstattung: der einfache Altartisch, dahinter an der Wand ein Kruzifix und die Kanzel.

Die dritte und vorerst letzte schwere Beschädigung geschah erst vor wenigen Jahren: Am 11. September 2011 wurden das Dach und der Kirchturm bei einem Gewittersturm schwer beschädigt. Erste Sicherungsarbeiten konnten, auch dank einer teilweisen Übernahme der Kosten durch die Versicherung - bereits bis zum Sommer des nächsten Jahres beseitigt werden. Bei der Reparatur wurden jedoch im Fachwerk des Turmaufsatzes schwere Holzschäden sichtbar, deren Beseitigung sich nicht auf Anhieb finanzieren ließ. Seit 2012 durfte die Glocke der Trebuser Kirche nicht mehr geläutet werden. Kurz darauf stellte sich heraus, dass durch die marode Holzkonstruktion die Gefahr des Einsturzes bestand. Die komplette Turmkonstruktion musste abgetragen werden; die derzeit funktionslose Glocke steht neben dem Eingang zum Kirchenschiff.

Seitdem läuft im Dorf eine erfolgreiche Spendenaktion, Benefizkonzerte ("Turm-Musiken") wurden organisiert und Fördermittel eingeworben. Noch in diesem Jahr soll der Wiederaufbau des Fachwerk-Turmaufsatzes der Kirche in Angriff genommen werden. Und dann bleibt das Trebuser Gotteshaus hoffentlich für längere Zeit von Katastrophen verschont…

Weitere Informationen: Pfarrer Jörg Hemmerling; Hauffstraße 26; 15517 Fürstenwalde; Tel.: 03361-5318; Mail: hemmerling@evki-fuewa.de


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