Die Dorfkirche von Trampe (Uckermark)

 
Ansicht von Südosten
Foto: Ev. Kirchengemeinde Brüssow
GroßbildansichtWestportal
Foto: askanier-welten.de
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Erstmals taucht der Name des uckermärkischen Dorfes in einer päpstlichen Urkunde von 1285 auf, die dem Kloster Dünamünde im Sprengel Riga unter anderem auch den Besitz der Tramper Kornspeicher (grangea trampis) bestätigt. Die Gründung des Ortes erfolgte - vermutlich durch Kolonisten aus Westfalen - vermutlich bereits um 1200. Das Dorf befand sich damals noch unter pommerscher Landesherrschaft. Nachdem Trampe über längere Zeit wüst gelegen hatte, wurde das Dorf erst zum Ende des 16. Jahrhunderts erneut besiedelt. Verschiedene Adelsfamilien wechselten sich im Besitz des Dorfes ab; ein Bericht kurfürstlicher Kommissare, die nach dem Dreißigjährigen Krieg die Uckermark visitierten, stellte fest: "Pauren seint alhier nicht gewesen."

Die Dorfkirche ist im Kern ein mittelalterlicher Feldsteinbau, der im Laufe der Jahrhunderte jedoch viele Veränderungen erfuhr. Im oben bereits erwähnten Bericht von 1688 wird der Bau nur noch als "etlicher maßen im Stande" bezeichnet. Zudem wurde sie - ursprünglich "Unicum" - damals bereits vom benachbarten Schmölln aus "curirt". Seit 2004 gehört Trampe zum Pfarrsprengel Brüssow.

Vom sauber geschichteten Ursprungsbau sind die westlichen Gebäudeteile mit dem spitzbogigen, abgestuften Westportal erhalten. Der größere östliche Teil wurde mit der Apsis in Form eines halben Achtecks wurde zwischen 1738 und 1740 unter dem Patronat des damaligen Gutsherren Friedrich von Broecker neu gebaut. Damals entstand wohl auch der ziegelsichtige Fachwerkturmaufsatz mit geschweifter Haube. Das von einer Rundbogentonne überwölbte Erdgeschoss des Turmes war ursprünglich mit dem Kirchenraum verbunden und diente einst als Grabkapelle und Bahrenkammer; jetzt jedoch ist der Raum vom Kirchenschiff abgetrennt und kann als Winterkirche genutzt werden.

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Einziger Schmuck des schlichten, flach gedeckten Innenraumes ist der einfache, jedoch schön gearbeitete Kanzelaltar, der um 1740, also zur Zeit des Wiederaufbaus, in die Kirche kam.

Gegenwärtig ist die Konstruktion des Fachwerkturms schwer geschädigt und stellt bereits seit Längerem ein akutes Problem dar. Im Jahr 2003 wurden Notsicherungsarbeiten vorgenommen, die jedoch nur einen kurzen zeitlichen Aufschub zur Folge hatten. In Vorbereitung einer grundsätzlichen, inzwischen dringend notwendig gewordenen, Sanierung sind nun wieder Notsicherungsmaßnahmen notwendig geworden, die zumindest die eingetretene Schiefstellung beseitigen. Bereits 2013 wurde eine neue Glocke angeschafft, die die aus dem Jahr 1705 stammende Eisenglocke, die nicht mehr geläutet werden kann, ersetzen soll. Noch wartet sie darauf, eines Tages im sanierten Turm aufgehängt zu werden.

Trampe gehört zum Landkreis Uckermark und damit zum Land Brandenburg. Kirchlich jedoch ist es Teil der Nordkirche (ehemals Pommersche Kirche). Diese Konstellation erschwert oftmals die notwendige Koordination von Fördermöglichkeiten. Durch Zuwendungen unter anderem von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler (KiBa) ist es möglich, die erstrebte erste Notsicherung noch in diesem Jahr durchzuführen. Es laufen weitere Anträge, um eine endgültige Instandsetzung zu ermöglichen; so müsste zum Beispiel auch die Dacheindeckung dringend erneuert werden.

Weitere Informationen: Evangelisches Pfarramt Brüssow; Pfarrer Matthias Gienke; Amtsstr. 6 a; Tel.: 039742-80230; Mail: bruessow@pek.de


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