Theater in der Kirche

Zwölf Jahre - von 2002 bis 2013 - gastierte der Verein Theater in der Kirche e.V. – in enger Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Alte Kirchen und immer mehr in Kooperation mit den örtlichen Fördervereinen – in brandenburgischen Dorfkirchen. Präsentiert wurde jeweils ein Klassiker der Theaterliteratur in eigener Bearbeitung.

Es begann im Sommer des Jahres 2002: Mit dem Stück "Jeanne oder Die Lerche" des französischen Dramatikers Jean Anouilh ging das Ensemble "Atelier Startbrett" unter der künstlerischen Leitung von Heidi Walier erstmalig auf Tournee. An zunächst zwei Orten - in der Heilandskapelle Frankfurt/Oder und in der Dorfkirche Wulkow bei Neuhardenberg - wurde erfolgreich Theater in der Kirche gespielt. Aus der ursprünglich privaten Initiative wurde bald ein Verein gleichen Namens. Jahr für Jahr und zunehmend professioneller tingelte eine Gruppe zumeist junger Schauspieler, die zugleich Bühnenhandwerker, Requisiteure, Beleuchter und Kraftfahrer waren, durch die märkischen Dorfkirchen und spielte anspruchsvolle Theaterstücke an Orten, in denen die kulturelle Grundversorgung keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Jedes Jahr haben bis zu 2000 Zuschauer insgesamt 165 Vorstellungen erlebt. Ein großer Teil der Spenden, die nach den Aufführungen gesammelt wurden, kamen der Instandsetzung der jeweiligen Kirche zugute. Die Tourneen wurden fast ausschließlich aus den Zuwendungen einiger weniger großzügiger Einzelspender finanziert. 2014 reichten die Mittel nicht mehr aus, um ein Projekt in gewohnter Weise zu realisieren.

Nach einer zweijährigen Pause geht Theater in der Kirche in diesem Jahr mit einer musikalischen Lesung auf Tour durch acht brandenburgische Dorfkirchen.

Ein Klassiker der deutschen Literatur – von einem Franzosen in deutscher Sprache in Kunersdorf verfasst – trifft auf eine musikalische Grenzgängerin der heutigen Zeit:

Peter Schlemihls wundersame Geschichte

von Adelbert von Chamisso
Regie: Elena Brückner

Die Erzählung

Nach einer Seereise sucht der junge Peter Schlemihl mit einem Empfehlungsschreiben ausgestattet das Haus des reichen Kaufmannes John auf. Dort begegnet er einem merkwürdigen grauen Mann, der aus seiner Tasche allerlei Begehrlichkeiten hervorzaubert. Die zwielichtige Gestalt bewundert den Schatten des jungen Mannes und offeriert ihm einen Tauschhandel, der Schlemihl plötzlichen und unerschöpflichen Reichtum verspricht. Leichtfertig geht Schlemihl auf das Angebot ein und tauscht seinen Schatten gegen ein „Glückssäckerl“ ein. Jedoch erweist sich das Geschäft mit dem Teufel bald als verhängnisvoll ...

Der Autor

Im Mai 1796 zieht die Familie de Chamissot aus der Champagne nach Berlin – adlige Migranten auf der Flucht vor der französischen Revolution. Eines der Kinder, der damals 15jährige Louis Charles Adélaïde, wird später als „deutscher Dichter“ Adelbert von Chamisso in die Literaturgeschichte eingehen. Die Suche nach Heimat zieht sich fortan durch sein Leben. „Ich bin Franzose in Deutschland und Deutscher in Frankreich, Katholik bei den Protestanten, Protestant bei den Katholiken, Jakobiner bei den Aristokraten und bei den Demokraten ein Adliger ... Nirgends gehöre ich hin, überall bin ich der Fremde.“ Im Sommer 1813 folgt Adelbert von Chamisso einer Einladung des Grafen Peter Alexander von Itzenplitz auf das Schloss Cunersdorf in Märkisch Oderland und schreibt dort die faustische Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“, die seinen literarischen Erfolg begründet.

Die Künstler – Vorleser und Musikerin

Phillip Sponbiel wurde 1980 in Köln geboren. Dort studierte er an der Theaterakademie und eine wundersame Theaterreise führte ihn durch ganz Deutschland, u.a. nach Köln, Bonn, Essen und zu den Burgfestspielen Mayen, wo er sieben Jahre lang ständiges Ensemblemitglied war. Seit 2011 wohnt er in Berlin. Bisher musste er seine Seele nicht an die Schauspielerei verkaufen und er besitzt auch noch einen Schatten. 2013 war er mit dem Theater in der Kirche als Psychiater Doktor Chumley in „Mein Freund Harvey“ zu sehen.

Liv Wagner
Es sind vage Erinnerungen an Orte, an denen wir einmal zu Hause gewesen sein müssen. Sie sind vertraut und doch fremd: Die kühle See, ein nordischer Fjord, eine schmerzlich anziehende Großstadt ... diese Welten lässt die deutsch-norwegische Songwriterin Liv in uns erklingen, wenn sie singt, spielt, dichtet und komponiert. Mit der Klassik fing für Liv alles an: Sie studierte Geige in Karlsruhe und danach Jazz-Gesang in New York. Heute geht sie ihren Weg mit Songwriter-Lyrik, norwegischem Folk und einer Prise Indie-Rock.

Aufführungen 2016

Sa 03.09.16 19:00 Uhr Neu Zittau (Oder-Spree)
Sa 10.09.16 16:00 Uhr Bölzke (Prignitz)
Sa 17.09.16 16:00 Uhr Küstrinchen (Uckermark)
So 18.09.16 16:00 Uhr Bechlin (Ostprignitz-Ruppin)
So 25.09.16 16:00 Uhr Roddahn (Ostprignitz-Ruppin)
So 02.10.16 16:30 Uhr Rüdnitz (Barnim)
Fr 07.10.16 19:00 Uhr Ernst-Moritz-Arndt-Kirche (Berlin)
So 30.10.16 17:15 Uhr Uckro (Dahme-Spreewald)

Spendenkonto: IBAN: DE91 1605 0000 1000 8961 33
Theater in der Kirche e.V.
Kontakt: Elena Brückner: 0179/1464910 (mobil); kontakt2016@theater-in-der-kirche.de


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