Erste Fördermittel der "Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen" für die Kirchenruine Hirschfelde (Barnim)

 Kirchenruine Hirschfelde

Erstmals konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. Fördermittel aus den Erträgen seiner Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen ausreichen.

Am Freitag, dem 11. Juni übergab Arnulf Kraft als Vorsitzender der Stiftung in Hirschfelde einen symbolischen Scheck über 1.850 Euro. Das Geld soll - zusammen mit schon früher überwiesenen Spendengeldern des Förderkreises Alte Kirchen - der Sicherung und dem Ausbau der Kirchenruine für verschiedenste Nutzungen dienen.

Die Hirschfelder Kirche ist ein Feldsteinbau mit rechteckigem Turm aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Kirchenschiff nur als Ruine erhalten, es stehen lediglich die Außenmauern in einer Höhe von bis zu drei Metern. Nachdem die Kirche nur geringe Schäden durch direkte Kriegseinwirkungen erdulden musste, wurde sie zur Gewinnung von Baumaterial genutzt. Dem geplanten Wiederaufbau blieb die Genehmigung verwehrt.

Erst in den 70er Jahren gelang es, im Chorraum eine Notkirche zu installieren. Damals wurde auch der Turm mit verändertem Dach wieder aufgebaut. Von der ursprünglichen Ausstattung blieben lediglich zwei Glocken erhalten, die auf Grund ihrer Form jedoch in die Zeit um 1300 datiert werden können und somit zu den ältesten Glocken Brandenburgs zu zählen sind.

Seit dem Jahr 2001 gibt es in Hirschfelde einen Förderverein, der sich das Ziel gestellt hat, den Bau in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen, seine langfristige Unterhaltung zu sichern und ihn einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: "Die Kirche soll über ihre gottesdienstliche Nutzung hinaus wieder zum Mittelpunkt des Dorflebens werden."

Bisher konnten in Eigenleistung wesentliche Arbeiten zur Beräumung und Notsicherung der Kirchenruine durchgeführt werden. Noch weist das Gebäude erhebliche Bauschäden auf. Ein Sanierungskonzept, das sich im Wesentlichen auf Sicherungsmaßnahmen am Kirchenschiff beschränkt, liegt vor.

Noch im Lauf des Sommers wird die Stiftung aus ihren Zinserträgen in Selbelang (Landkreis Havelland) weitere 2.500 Euro zur Sanierung der dortigen Dorfkirche überreichen können.

Die Stiftung wurde am 1. Juli 2008 in Berlin gegründet, damals mit einem Anfangskapital von 58.000 Euro. Inzwischen beträgt der Vermögensstock der Stiftung Brandenburgische Dorfkirchen etwa 125.000 Euro. Für die nächsten Jahre wird die Erhöhung auf 250.000 Euro angestrebt.

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