Die Kirche von Rehfeld (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)

Kirche von Rehfeld Kirche von Rehfeld 

Im August feiert das Dorf Rehfeld seinen 700-Jahrfeier. Bis dahin soll auch die Kirche, die seit Anfang des Jahres bauaufsichtlich gesperrt ist, wieder geöffnet werden.

Im Jahre 1440 belehnte der brandenburgische Kurfürst Friedrich II. seine "lieben getreuen von Konnigsmark" mit Einnahmen aus dem Dorf Rehfeld. Später kam der Ort in den Besitz der Familie von Klitzing.

Nach einer überlieferten Inschrift im heute nicht mehr vorhandenen Altar ließ der "Weilandt Wohlgeborene Herr Samuel von Klitzing" 1613 eine Kirche "nebst dem Klockenthurm ... erbaun und verfertigen". 1705 wurde das Gebäude noch einmal umfassend repariert und ausgemalt, bald danach jedoch scheint es schon wieder baufällig geworden zu sein.

Über einem Türsturz an der Nordseite verrät eine Inschrift das Alter des heutigen schlichten Fachwerkkirchleins: "Neu gebauet 1791". Über dem Westgiebel erhebt sich ein verbretterter Dachturm mit einem achtseitigen in Schiefer gedeckten Spitzhelm.

Der Innenraum wurde 1975 umgestaltet. Unter der Empore entstand eine Winterkirche. Von dem oben erwähnten Kanzelaltar blieb nur die polygonale Kanzel mit Darstellungen von Christus und den vier Evangelisten erhalten. Auch von der übrigen Ausstattung ist nicht mehr viel vorhanden.

Neun Gemälde mit zum Teil recht derben Darstellungen der Zehn Gebote vom Ende des 17. Jahrhunderts stammen aus der 1972 zerstörten Kirche in Brüsenhagen.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass der Turm der Rehfelder Kirche erhebliche Bauschäden aufweist: Die Schieferdeckung ist an vielen Stellen defekt. Balken sind verfault und müssen ausgewechselt werden. Gefache an der Turmwand drohen herauszustürzen. Und auch der Glockenstuhl muss repariert werden, bereits seit längerem darf aus statischen Gründen nicht mehr geläutet werden.

Mitte Januar brachte der Orkan Kyrill weitere starke Schäden, so dass eine Sperrung des gesamten Gebäudes notwendig wurde. Nicht einmal der Friedhof darf mehr betreten werden.

Einen gewissen Teil der Sturmschäden übernimmt zwar die Versicherung. Für die darüber hinaus gehenden Arbeiten wurden in der kleinen Gemeinde bereits 5.000 Euro an Spenden gesammelt. Der Förderkreis Alte Kirchen hat ebenfalls finanzielle Hilfe zugesagt. Doch noch reichen die finanziellen Mittel für eine Instandsetzung nicht aus. Dabei steht das Programm für die Geburtstagsfeier des Dorfes vom 17. bis zum 19. August bereits fest. Die Rehfelder Kirche ist dabei als Veranstaltungsort fest eingeplant.

Weitere Informationen: Ev. Pfarramt Barenthin, Pfr. Matthias Hirsch; Tel.: (03 3972) 4 03 77


Zum Weiterlesen:
Märkische Allgemeine vom 22. Dezember 2007: Rehfelder Gotteshaus hat das Schlimmste überstanden
Märkische Allgemeine vom 06. Februar 2008: Zur alten Glocke die neue Spitze
Märkische Allgemeine vom 14. April 2011: Eine Herberge für Pilger
Märkische Allgemeine vom 25. Februar 2013: Rehfelder Kirche soll mit der Sanierung nicht zum Museumsstück werden
Märkische Allgemeine vom 29. September 2013: Rehfelder weihen sanierte Kirche ein
Mitteilungsblatt Dezember 2013: Ein guter Ort der Begegnung entsteht

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