Die Dorfkirche von Prensdorf (Teltow-Fläming)

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Der "Fläming Skate" ist ein Wegenetz, das speziell für die Bedürfnisse von Inlineskatern angelegt wurde, aber auch von Radfahrern genutzt werden kann. Mit einer Gesamtlänge von etwa 230 Kilometern entstand rund um Jüterbog, Luckenwalde, Baruth und Dahme das größte derartige Streckensystem Europas.

Einige der Rundkurse führen direkt durch den Ort Prensdorf. Um die zahlreichen vorbeirollenden Touristen zum Anhalten zu bewegen, öffnen die Prensdorfer seit dem vergangenen Jahr ihre Kirche in der warmen Jahreszeit zu festen Zeiten für Besucher. Und um dies in dem lediglich etwa einhundert Einwohner zählenden Dorf organisatorisch zu bewältigen (Jeden Tag schmücken frische Blumen den Altar!), aber auch um das Gotteshaus und seine Ausstattung zu sanieren und langfristig zu bewahren, gründete sich zudem eine Initiative mit dem schönen Namen "Freunde des Kirchturms Prensdorf".

Erstmals urkundlich erwähnt wird "Predinstorff" im Jahr 1346; bereits zu dieser Zeit erhielt das Dorf auch ein steinernes Kirchengebäude. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert wurde das Schiff des ursprünglichen Feldsteinbaus verputzt, die Fenster wurden flachbogig vergrößert und das obere Turmgeschoss erhielt ein Krüppelwalmdach.

Der Innenraum bietet einen stimmigen und geschlossenen barocken Anblick. Laut Inschrift entstand der Altaraufsatz mit gemalten Darstellungen von Abendmahl, Kreuzigung und Auferstehung im Jahr 1697; das Hauptfeld wird flankiert von mit Weinlaub umrankten Säulen und zwei Palmzweige schwingenden Engelsfiguren. Schrifttafeln weisen auf die Einsetzungsworte des Abendmahls hin. Auch die zeitnah entstandene Sandsteintaufe schmücken Engelsköpfchen. An den Aufgang zur Kanzel schließt sich ein evangelischer Beichtstuhl an. Alle Teile der hölzernen Ausstattung - Gestühl, Emporenbrüstungen und die dreiseitige Bretterdecke - werden von ländlich-barocker, zum Teil erneuerter Rankenmalerei geschmückt. Auch einzelne obere Wandbereiche weisen schön geschmückte Girlandenmalereien auf. Die Orgel stammt aus den fünfziger oder sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts und ist ein Werk aus der Potsdamer Werkstatt Schuke.

Vor wenigen Jahren war es möglich, Dachstuhl und Dach des Kirchenschiffes zu sanieren. Zudem wurde im Innenraum der Holzwurmbefall gestoppt. Nun soll die Instandsetzung des maroden Kirchturms folgen. Im oberen Bereich trägt der Turm bereits ein provisorisches Stützkorsett aus Brettern. Das hölzerne Fachwerk ist stark vom Hausschwamm befallen. Zudem ist die feste Verbindung zwischen Glockenstuhl und Fachwerkkonstruktion ein zu beseitigender Konstruktionsfehler, da die von den Glocken verursachten Schwingungen den ganzen Turm in Bewegung versetzen. Zeitweilig musste das das Läuten schon eingestellt werden. Auch die Restaurierung der Barockmalereien an der Kirchendecke möchten Freundeskreis und Kirchengemeinde erreichen.

Kürzlich gab es eine Mut machende Mitteilung: Ein Antrag auf Förderung aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union hat die erste Hürde genommen und liegt nun zur endgültigen Entscheidung im Landwirtschaftsministerium.

Neben den Gottesdiensten finden regelmäßige Veranstaltungen in der Prensdorfer Kirche statt: Konzerte, Lesungen, Ausstellungen. Als nächstes werden am 10. Juli Gedichte und Lieder auf dem Programm stehen, vorgetragen von Annegret und Dietrich Tews. Im Anschluss gibt es vor der Kirche einen Spielzeug- und Kindersachentrödel sowie die Möglichkeit, einen Imbiss zu sich zu nehmen. Der Erlös wird für die hoffentlich bald beginnenden Bauarbeiten angespart.

Die Prensdorfer Kirche ist von Mai bis September täglich, im Oktober nur an den Wochenenden, von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen: Ines Kafert; Tel.: 035451-17026; Mail: ikafert@gmx.de oder Doreen Roy; Tel.: 035451-17160; Mail: doreen.roy@gmx.de

Weitere Informationen: Ines Kafert; Tel.: 035451-17026; Mail: ikafert@gmx.de oder Doreen Roy; Tel.: 035451-17160; Mail: doreen.roy@gmx.de


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