Die Dorfkirche von Prenden (Landkreis Barnim)

Dorfkirche Prenden 
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Dorfkirche Prenden - Altar
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Dorfkirche Prenden
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Mit vielfältigen Veranstaltungen wird in diesem Jahr die 700-Jahr-Feier des Dorfes Prenden in der Barnimer Heide begangen. Die Kirche des Ortes präsentiert sich anlässlich dieses Jubiläums von ihrer besten Seite: Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten ist sie wieder der optische Mittelpunkt und Dank der Aktivitäten eines Fördervereins inzwischen auch das kulturelle Zentrum von Prenden.

Als Fontane für seine "Wanderungen" hier nach Spuren des Feldmarschalls Otto von Sparr suchte, war er arg enttäuscht: "Malerisch hatte mich die Kirche von der anderen Seite des Hügels aus gegrüßt, nun erst sah ich, dass alles nicht viel andres als eine Landschaftscoulisse gewesen war." Kein "Marmordenkmal, kein Denkstein" erinnerte an seinen Helden: "Und so hatte ich denn Einblick in eine Kirche getan, deren gesamter Kunstschmuck ein zerbrochener Rest eines Altarschnitzwerks ... war."

Bei allem Respekt vor dem großen Wanderer hier scheint Fontane nicht so richtig hingeschaut zu haben, denn nicht nur der durch eine Stifterinschrift in das Jahr 1611 datierte Altaraufsatz ist etwas Besonderes. Auch der massige quadratische Westturm der Prendener Kirche, der nach abgeschlossener Instandsetzung und Restaurierung in einem freundlichen hellen Ockerton leuchtet, sucht in Brandenburg seinesgleichen. In dem eigentlichen Kirchturm befindet sich ein freistehender selbsttragender Fachwerk-Glockenstuhl; Unmengen von Holz wurden hier verbaut.

Eindringende Feuchtigkeit hatte diese einmalige Konstruktion im Laufe der Jahre an vielen Stellen morsch werden lassen. Es bestand Einsturzgefahr. 1998 gründete sich der "Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e.V.". Ein Architekturbüro aus Berlin wurde beauftragt und mit Unterstützung des Landes Brandenburg und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte der erste Bauabschnitt, die Sanierung des Turmes, recht schnell in Angriff genommen werden. Die Arbeiten am Dach und an den Außenmauern des Kirchenschiffes wurden im Jahr 2004 abgeschlossen. Und auch im Innenraum ist inzwischen einiges geschehen. Eine im 19. Jahrhundert eingebaute Empore wurde teilweise wieder entfernt, um den ursprünglichen Raumcharakter wieder herzustellen. Der Innenraum erhielt eine neue Farbfassung, die sich an historischen Befunden orientiert. Sogar eine Sockelheizung konnte eingebaut werden.

Mittlerweile ist die Prendener Dorfkirche auch zu einer festen Adresse des kulturellen Lebens in der Region geworden. Regelmäßig finden hier Konzerte, Lesungen und anspruchsvolle Ausstellungen statt. Auch für das Jubiläumsjahr hat der Verein ein umfangreiches Programm zusammengestellt.

Fontane, würde er heute wieder hierher kommen, müsste seine abfälligen Bemerkungen sicher revidieren.

Einen umfangreichen Bericht über die Restaurierung der Kirche in Prenden und die Aktivitäten des Fördervereins finden Sie in unserer Broschüre "Offene Kirchen 2006. Brandenburgische Dorfkirchen laden ein", die am 6. April erscheinen wird. Sie können das Heft bereits jetzt bestellen unter Tel.: (0 30) 3 75 22 44 oder per E-Mail unter altekirchen@aol.com.



Zum Weiterlesen:
Märkische Onlinezeitung vom 25. November 2016: Sisyphusarbeit mit Pinzette, Skalpell und Watte

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