Im Mittelpunkt des Ortes und im Mittelpunkt des Geschehens

Das Runddorf Läsikow ist ein kulturhistorisches Kleinod im Rhinluch, das nicht nur seine Bewohner, sondern auch alle Besucher fasziniert. Denn in kaum einem Dorf steht die Kirche so im Mittelpunkt wie in Läsikow, und das war wohl schon immer so.

Drei mittelalterliche Bronzeglocken im Turm und eine Gesellorgel von 1847 zeugen davon, dass den Läsikowern ihre Kirche lieb und teuer war. Die Innenausstattung aber ging in der Nachkriegszeit weitgehend verloren. Mit dem Läutwerk für die Glocken war auch die Turmuhr verschwunden, die Orgel war ein Scherbenhaufen und das Dach der Kirche war undicht, um nur die für jeden auf den ersten Blick zu sehenden Schäden zu nennen. Eigentlich eine unlösbare Aufgabe für alles in allem 80 Dorfbewohner.

  Kirche Laesikow Orgel
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auch für die defekte Gesell-Orgel
Foto: Annegrete Putbrese

Doch der Mut der Läsikower war riesengroß. Im September 2006 gründeten sie den "Förderverein für Kirche und Dorf Läsikow e.V.".

Ein Glockensachverständiger wurde bestellt, der die Einzigartigkeit dieses Glockenensembles in einer kleinen Dorfkirche bestätigte, die Orgel wurde abgebaut, und es fand sich ein Orgelbauer, der mit der Restaurierung der Pfeifen begann, obwohl die Vereinskasse noch leer war. Mit ihren Aktivitäten überzeugten die Läsikower den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, sie erhielten 2007 das begehrte Startkapital von 2.500 €. Die Summe ist sicher klein gegenüber der Riesensumme, die für die Restaurierungsarbeiten benötigt wird, aber wichtiger ist in diesem Fall, dass ihre Arbeit wahrgenommen und der Wille, etwas für ihre Kirche zu tun, anerkannt wurde. Das spornte die Läsikower enorm an.

Laesikow  

Zusammen mit dem für kirchliche Bauangelegenheiten zuständigen Pfarrer und dem Kirchlichen Bauamt wurde ein Architekt beauftragt, die Schäden an der Kirche zu untersuchen und ein Sanierungskonzept auszuarbeiten: Mit 100.000 € ist zu rechnen. Der Kostenvoranschlag für die Restaurierung der Glocken beträgt ca. 27 000 € und der für die Orgel ist noch offen. Ein Sachverständiger der Orgelfirma Schuke aus Potsdam, deren Vorfahren die Orgel einst gebaut haben, wurde um ein Gutachten gebeten.

Der an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gestellte Antrag auf Fördergelder wurde negativ beschieden, aber mit der Empfehlung, es erneut zu versuchen. Der Antrag auf Fördergelder zur Restaurierung der Glocken ist von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung ohne Begründung abgelehnt worden.

Im Februar 2008 fällte der Sturm die 200-jährige Friedenseiche und beschädigte das Dach der Kirche. Im Mai wurde eine neue Eiche gepflanzt und das Dach repariert. Dank einer Spende der Gemeinde Segeletz konnte der Balg der Orgel repariert und wieder eingesetzt werden. Weitere Spenden, z. B. von der Familie Mösch, und zwei Benefiz-Veranstaltungen von Siegfried Matthus, Intendant der Rheinsberger Kammeroper, in der Läsikower Kirche sichern den Fortgang der Arbeiten an der Orgel. Demnächst kommt Frank Matthus, Leiter des Netzebander Sommertheaters, zu einer Benefiz-Veranstaltung nach Läsikow. Es gab eine Hochzeit, eine Taufe und eine Beerdigung und viele kleine Spenden für den Verein.

Danke an den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, Läsikow ist auf einem guten, wenn auch langen Weg.

Annegrete Putbrese

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