Die Dorfkirche von Gadow (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)

Kirche von Gadow 
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Kirche von Gadow
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Kirchenfenster Gadow
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Gadow liegt etwa 10 Kilometer südöstlich der Stadt Wittstock, am Rande der Kyritz-Ruppiner Heide. Praktisch bedeutet dies, dass hinter dem Dorf die Welt erst einmal zu Ende ist. Seit Jahren streitet eine Bürgerinitiative um die Öffnung der als "Bombodrom" bekannt gewordenen Landschaft. Eine Bürgerinitiative gibt es seit einigen Jahren auch in Gadow. Zahlreiche Einwohner engagieren sich in ihr für die Rettung der stark gefährdeten Dorfkirche.

Eingeweiht wurde das anstelle eines zu klein gewordenen Vorgängerbaus errichtete neugotische Kirchengebäude am 28. Januar 1863. An der Planung war immerhin auch Friedrich August Stüler in seiner Eigenschaft als Chef der "Abteilung für Bauwesen im Königlichen Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Angelegenheiten" beteiligt. Der Schiefer für die Dachdeckung kam per Schiff und Bahn aus Wales. Für die Anfertigung von Altar, Kanzel, Taufbecken und Chorschranken in der neuen, aus England übernommenen Zementgusstechnik wurde der renommierte Bildhauer Koch aus Potsdam gewonnen.

 Kirche von Gadow -innen
Fotos: www.splitterbach.deGroßbildansicht

Aufgrund ihres schlechten Bauzustands wird die Kirche in den 70er Jahren nur noch sporadisch genutzt und 1979 für die Öffentlichkeit geschlossen. Für dringend notwendige Instandsetzungsmaßnahmen fehlte das Geld. Eine spätere Aktennotiz besagt, dass lediglich den Kirchturm, der von der Kommune als Feuerwachtturm genutzt wurde, erhalten werden sollte. Für die Gemeindearbeit reiche das neben der Kirche stehende Pfarrhaus. Durch Blitzschlag wurde 1985 dann auch noch die Turmspitze stark beschädigt. Im Jahre 2000 schließlich wurde die stark beschädigte Orgel als Dauerleihgabe in das mecklenburgische Orgelmuseum Malchin gebracht.

In dieser hoffnungslos scheinenden Situation fanden sich ab 2002 Bürger aus Gadow zusammen, die den fortschreitenden Verfall ihrer Kirche aufhalten wollten. Das Kirchenschiff wurde von Schutt und Bewuchs befreit und Ausbesserungen an Dach und Mauerwerk ausgeführt. In Eigeninitiative richteten die Gadower unter der Empore eine "Winterkirche" ein und feierten zu Weihnachten 2003 erstmals wieder einen Gottesdienst in ihrer Kirche. 2004 schließlich wurde, mit Unterstützung durch den Förderkreis Alte Kirchen, der Förderverein Dorfkirche Gadow gegründet. Der FAK vermittelte Studenten der FHTW, die Bestandspläne anfertigten, die eine wichtige Grundlage für die weitere Planung der Sanierung bilden.

Seitdem ist in die Gadower Kirche wieder Leben eingekehrt. Regelmäßig finden Konzerte und Theateraufführungen, Lesungen und Veranstaltungen der Bürgerinitiative "FREIe HEIDe" statt, jedes Mal begleitet von riesigen, schmackhaften Kuchenbüfetts.

Nach langem Warten ist es nun möglich geworden, in einem ersten Bauabschnitt einen Teil des riesigen Kirchendaches zu sanieren. Einen großen Teil der dafür benötigten Finanzmittel haben Kirchengemeinde und Förderverein selbst aufbringen können. Der Förderkreis Alte Kirchen beteiligt sich mit 3.900 Euro. Mit der Wittstocker Architektin Bärbel Kannenberg hat der Förderverein eine engagierte Mitstreiterin gefunden.

Parallel zu den Arbeiten am Kirchendach sollen auch die defekten Fenster repariert werden. Dabei soll die ursprüngliche Gestaltung in kleinteiligen Rautenformen wieder hergestellt werden. Der Gadower Förderverein hat sich hier etwas besonderes ausgedacht und sucht Fensterpaten. Nur vier Euro kostet eine der kleinen Scheiben. – Allerdings werden mehrere Tausend davon benötigt. Der Förderkreis Alte Kirchen möchte sich auch an der Reparatur der Gadower Kirchenfenster beteiligen und bittet Sie dazu um Ihre Mithilfe. Werden Sie Pate für eine beliebige Anzahl von Fenstergläsern und helfen Sie den Gadowern dabei, ihre Kirche bis zum 150. Jubiläum der Kirchweihe wieder in alter Schönheit instandzusetzen!

Weitere Informationen:
Förderverein Dorfkirche Gadow e.V.; Frau Katrin Krüger; Dorfstr. 11; 16909 Gadow; Tel.: (03 39 64) 5 04 99;


Pressespiegel:
Mitteilungsblatt September 2008: Viele kleine Scheiben fanden ihre Paten
Märkische Allgemeine vom 22. März 2012: Sanierung der Kirche Gadow auf Zielgerade
Märkische Allgemeine vom 21. August 2012: Die schaffen das
Mitteilungsblatt September 2012: Zum Kirchenjubiläum erklingt wieder die Orgel
Märkische Allgemeine vom 21. Januar 2013: Festtage in Gadow
Lausitzer Rundschau vom 26. Januar 2013: Das Wunder von Gadow
Mitteilungsblatt Mai 2013: Krönender Abschluss in schwindelnder Höhe
Märkische Allgemeine vom 20. Mai 2016: Kirche ist Museum der „Freien Heide“

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