Die Dorfkirche von Döllen (Prignitz)

 
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Weil die "Kirche auf dem Berge" in Döllen durch ihre erhöhte Lage auf einem Hügel mitten im Dorf dem Himmel am nächsten ist, hat es sich eingebürgert, dass der zentrale Gottesdienst des Pfarrsprengels zum Himmelfahrtstag jeweils hier gefeiert wird. Bei schönem Wetter findet die Andacht im Freien auf dem Kirchplatz statt; und ein Posaunenchor ist auf jeden Fall mit dabei.

Die Döllener Dorfkirche ist ein Feldsteinbau, der im späten 15. Jahrhundert entstand. 1864 bis 1868 wurde der Bau im neuromanischen Stil umgestaltet und ein polygonaler Chorabschluss angefügt. Auch der eher schlichte Innenraum unter einem offenen Dachtragwerk erhielt damals im Wesentlichen seine heutige Gestalt: Das Gratgewölbe der Apsis ist mit einem Sternenhimmel ausgemalt. Den Altartisch schmückt ein einfaches hölzernes Kruzifix. Die ebenfalls hölzerne Kanzel befindet sich am nördlichen Chorbogen, über dem der Spruch aus dem 14. Kapitel des Johannes-Evangeliums zu lesen ist: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." 1987 wurde im hinteren Teil des Kirchenschiffes eine beheizbare Winterkirche als Unterrichts- und Gottesdienstraum für die kalte Jahreszeit eingerichtet.

Der Innenraum der Döllener Kirche wurde 1989 behutsam restauriert. Eine 2008 in Auftrag gegebene grundlegende Untersuchung jedoch listete schwere Baumängel am Kirchengebäude selbst auf: Das Tragwerk des Kirchendaches ist durch Schädlingsbefall und Braunfäule stark geschädigt. Die Betondachsteine aus einer Reparatur zu DDR-Zeiten sind inzwischen porös und lassen das Regenwasser durch, so dass inzwischen auch die Balken, die die Empore tragen, äußerst marode sind. Kleinere Reparaturarbeiten helfen hier nicht mehr; eine umfassende Instandsetzung ist notwendig. Um diese zu ermöglichen, gründete sich 2009 der Förderkreis der Kirche auf dem Berge zu Döllen e.V.

Seitdem ist viel geschehen: Konzerte wurden veranstaltet, Theater in der Kirche gespielt und das kulturelle Leben in der Kirche und im Dorf neu belebt. Von 200 Einwohnern sind immerhin 38 Mitglieder des Vereins. Über 25.000 Euro konnten bisher gespart werden. Eine Straßensammlung, die derzeit noch läuft, brachte zusätzlich über 6.000 Euro an Spenden in dem kleinen Ort. Das ist bewundernswert und liest sich erst mal gut. Die benötigte Gesamtsumme jedoch beträgt gut 240.000 Euro.

Die Döllner hofften auf eine Förderung ihrer Kirchensanierung aus Mitteln des ILE-Programms der Europäischen Union. Der entsprechende Fördertopf innerhalb dieses Programms, aus dem in den vergangenen Jahren zahlreiche Instandsetzungen von Kirchengebäuden ermöglicht wurden, ist für dieses Jahr jedoch ersatzlos gestrichen worden. Ob es 2014 diese Mittel wieder gibt, ist noch nicht entschieden. Und so heißt es vorerst weiter sparen, sammeln, Anträge schreiben.

Die Gemeindeglieder im Dorf wünschen sich zudem auch wieder eine baldige Besetzung der Pfarrstelle in Glöwen, zu der Döllen neben zehn weiteren Dörfern gehört und die seit mehr als einem halben Jahr vakant ist. Entmutigen lassen sie sich jedoch auch dadurch nicht. Für Gottesdienste werden Gastprediger angesprochen. Andreas von Freymann, ein junger Mann aus dem Dorf, der Klavier spielt, hat einige Stunden Orgelunterricht genommen, um zumindest die Choralbegleitung übernehmen können. Beeindruckt von einem Besuch in Taizé vor einigen Jahren, bietet er sogar gelegentlich Taizé-Andachten an.

Weitere Informationen: Förderkreis "Kirche auf dem Berge zu Döllen e.V."; Jürgen von Freymann; Dorfstr. 32; 16866 Gumtow OT Döllen; Tel.: 03 39 77 - 5 06 05
Ihre Spende: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg; Kto: 5199767005; BLZ 100 900 00 (Berliner Volksbank); Kennwort: Döllen


Zum Weiterlesen:
Mitteilungsblatt Mai 2013: ...und dann der Schreck: Unsere Kirche ist schwer krank
Märkische Allgemeine vom 23. Mai 2016: Das Kirchenwunder von Döllen


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