Die Dorfkirche von Bronkow (Oberspreewald-Lausitz)

Fotos: Hans KragGroßbildansicht

Wenn man auf der Dorfstraße durch den Ort Bronkow fährt, fällt die etwas seitwärts gelegene Kirche kaum auf. Der kleine, gedrungene Bau versteckt sich hinter hohen Bäumen. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund. Seit 2010 wurden Dachstuhl, Dach und Turm instandgesetzt; Kirche und Umgebung machen einen schmucken und gepflegten Eindruck.

Das zwischen Finsterwalde und Großräschen gelegene Dorf Bronkow wird 1495 erstmals urkundlich erwähnt. Die Feldsteinkirche stammt jedoch bereits aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Umm 1750 wurde sie im barocken Stil umgebaut. Dabei entstand auch der breite eingezogene achteckige Turm mit seiner Kupferhaube, die die optische Schwere des Turmes wieder auflöst. Die Ostwand der sonst schlichten Kirche ist durch drei Rundbogenfenster und ein kleines kreisförmiges Lüftungsfenster für den Dachstuhl aufgelockert. Diese Gestaltung erinnert etwas an die der wüsten Kirche in Bornsdorf (Landkreis Dahme-Spreewald).

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Der Innenraum ist flach gedeckt. Die Emporen sind seit einer Restaurierung durch die Kirchenmaler Paul Thol und L. Gerber mit Sprüchen und Bildern geschmückt. Ein einfacher, aber handwerklich gut gearbeiteter Kanzelaltar mit einer Ecce-Homo-Darstellung am gerundeten Korb verdeckt das mittlere Ostfenster. Seitlich davon schwebt ein recht kleiner Taufengel, der in seinen Händen eine Taufschale trägt. Auf einer Wappenkartusche ist zu lesen: "Diesen Engel haben die Hoch Adlichen Freileins Erdmutha u: Charlota Sophia Von Kracht, geschenckt 1758". Bereits 2001 konnte der durch Holzwurmbefall stark geschädigte Taufengel restauriert und fehlende Teile ergänzt werden.

Bronkow ist ein Dorf mit etwa 200 Einwohnern, in den umliegenden Dörfern, die mit zur Kirchengemeinde gehören, leben noch einmal etwa 450 Menschen, so dass die Kirchengemeinde mit etwa 270 Mitgliedern stattliche 40 Prozent der Bevölkerung umfasst. Für brandenburgische Verhältnisse ist das eine recht gute Relation.

Das Kirchengebäude ist nach der umfassenden Sanierung in einem guten Zustand - bis auf die Orgel, die bei der Turmsanierung beschädigt wurde und nun mühsam in mehreren Schritten saniert wird. Das Instrument schuf 1886 der Orgelbauer Carl Robert Uibe, der seine Werkstatt in dem seit 1928 zu Neuzelle gehörenden Dorf Schlaben hatte. Es handelt sich hier um ein bescheidenes einmanualiges Instrument mit lediglich vier Registern, das jedoch weitgehend im Originalzustand erhalten ist und einen beeindruckenden Klang aufweist. In einem ersten Sanierungsabschnitt wurde durch die Orgelbaufirma Mike Zuber (Mixdorf) die Lüftungsanlage erneuert. Derzeit kann jedoch nur ein Register bespielt werden. Für die Instandsetzung der weiteren Register und der technischen Anlagen sind zwei weitere Bauabschnitte geplant, für die noch einmal 15.000 Euro veranschlagt sind. Durch Fördermittel und Spenden ist ein Teil dieser Summe bereits vorhanden, weitere Finanzhilfen von außen wären jedoch äußerst willkommen.

Bronkow liegt an der Autobahn von Berlin nach Dresden und besitzt sogar eine eigene Ausfahrt. Falls der Besucher auf dem Weg zum Braunkohlentagebaumuseum mit der gewaltigen Förderbrücke F 60 an Bronkow vorbei kommt, sollte er sich - als Kontrastprogramm - auch Zeit für eine Kirchenbesichtigung nehmen.

Weitere Informationen: Ev. Pfarramt Calau; Pfarrerin Kathrin Schubert; Kirchstr. 32; 03205 Calau; Tel.: 03541-2761.


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