Ausstellung in Bad Wilsnack (Prignitz) 1 "Sünde, Tod und Fegefeuer"

Im Rahmen des Reformationsjubiläums präsentieren die Evangelische Kirchengemeinde Bad Wilsnack (Landkreis Prignitz) und der Förderverein der Wunderblutkirche eine neu gestaltete Ausstellung unter dem Titel

"Sünde, Tod und Fegefeuer Bildmedien vor und nach der Reformation".

Nicht nur in Bad Wilsnack, sondern auch an anderen Orten, wie in Werben oder im Kloster Stift Heiligengrabe, fällt die Größe der Kirchenbauten und ihre ungemein prächtige Ausstattung mit Bildwerken ins Auge. Die großzügigen Stiftungen der zahlreichen Pilger, darunter nicht wenige Hochadlige, haben dies möglich gemacht. Die Ausstellung zeigt den Umgang mit Bildmedien exemplarisch an drei im Spätmittelalter überregional bedeutenden Orten im Norden Brandenburgs im Zeitraum um 1517.

Zwölf hölzerne Legendentafeln, die als verschollen galten und die seit ca. 1460 im Chor der Wunderblutkirche an der sogenannten Porlaube angebracht waren, um den Gläubigen die Legende des Wunderblutes im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu halten, wurden kürzlich auf einer Empore der Kirche wiederentdeckt. Sie wurden für die Ausstellung restauriert und gesichert. Außerdem wird mit Hilfe von Planen die Porlaube visualisiert und so dem Besucher ein spektakulärer Eindruck des früheren Innenraumes der Kirche vermittelt.

Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack ist bis zum 30. September Montag bis Samstag von 10 18 und an Sonntagen von 11 18 Uhr geöffnet. Ab 1. Oktober sind die Öffnungszeiten Montag bis Samstag 10 16 und an Sonntagen 11 16 Uhr.

Ausstellung in Bad Wilsnack (Prignitz) 2 "Figura"

Die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack gehörte einst zu den wichtigsten Pilgerzentren in Nordeuropa, bis die Reformation dem Wallfahrtswesen ein jähes Ende bereitete.

Am 29. Juli eröffnete die Mailänder Künstlerin Julia Krahn ihre Ausstellung "FIGURA" in der Bad Wilsnacker Wunderblutkirche. Die 1978 in Aachen geborene Künstlerin ist derzeit "Artist-in-Residence" in Bad Wilsnack. Dort setzt sie sich mit der besonderen Geschichte des Ortes, insbesondere dem Hostienwunder und der Pilgergeschichte der Wunderblutkirche auseinander: Wohin geht die Reise von Körper und Seele heute? Was nährt sie unterwegs? An welchen Wegweisern und Pilgerzeichen erkennen sie ihren Weg?

Aus der Fotografie kommend, hat sich Julia Krahn mit teils provokanten Aktionen und Bilderserien einen internationalen Ruf als Fotografin und Performance-Künstlerin erworben, ihre Arbeit wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt. In Bad Wilsnack tritt sie nun erstmals und angeregt durch die spätmittelalterlichen Figuren der Kirche auch als Bildhauerin in Erscheinung.

Die Ausstellung "Figura" findet im Rahmen des Artist-in-Residence-Projektes "Expeditionen. Künstlerische Erkundungen im Reformationsland Brandenburg" der Stiftung St. Matthäus statt. Eine Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Nikolai in Bad Wilsnack und dem Förderverein Wunderblutkirche e.V.