Die Dorfkirche von Altkünkendorf (Uckermark)

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Der Ort Altkünkendorf, seit dem Jahr 2002 in die nahegelegene Stadt Angermünde eingemeindet, liegt am Rande des Naturschutzgebietes Grumsiner Forst, der wegen seiner Jahrhunderte alten wunderschönen Buchenwälder 2011 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Am nicht weit entfernten Wolletzsee führt der internationale Radwanderweg von Berlin nach Kopenhagen vorbei. Inzwischen haben Touristen und Tagesbesucher den Ort und seine reizvolle Umgebung für sich entdeckt. Ein Infopunkt im Zentrum des Dorfes, direkt neben der alten Kirche, informiert über den Buchenwald Grumsin.

Im Jahr 1287 wird "Konckendorp" erstmals urkundlich erwähnt. Einige Jahrzehnte später fällt der Ort im Zuge der andauernden Grenzstreitigkeiten an Pommern und fällt später wüst. Die Feldmark wird wieder brandenburgisch und schließlich entsteht unter dem Patronat der Familie von Arnsdorf ein Vorwerk, aus dem sich das heutige Dorf entwickelt.

Die von einer Feldsteinmauer umgebene Kirche auf dem alten Dorfanger ist im Kern ein einfacher Rechtecksaal des 13. Jahrhunderts aus regelmäßigen Feldsteinquadern. Bei einem Umbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im Osten eine polygonale Apsis angesetzt und ein neugotischer Westturm im Stil der Stülerschule erbaut. Sämtliche Fenster und Türöffnungen wurden zeittypisch verändert. Der Innenraum erhielt einen offenen Dachstuhl mit sichtbarer hölzerner Trägerkonstruktion. Die Ausstattung ist äußerst bescheiden. Die Taufe und zwei Altarleuchter stammen aus der Zeit des Umbaus und wurden vermutlich in der Königlichen Eisengießerei zu Berlin hergestellt. Als Altar dient bislang ein schlichter hölzerner Tisch.

Um das zu Wendezeiten ziemlich desolate und inzwischen bauaufsichtlich gesperrte Kirchengebäude zu erhalten, gründete sich bereits 1995 der Förderverein Dorfkirche Altkünkendorf e.V. und initiierte die weitgehende Sanierung des Gotteshauses und seiner Außenanlagen. Die Predigt zum Festgottesdienst anlässlich der Wiedereinweihung hielt 2001 Bischof Dr. Wolfgang Huber. Nur vier Jahre später konnte - ebenfalls auf Initiative des Fördervereins - die ursprünglich 1856 von dem Stettiner Instrumentenbauer Friedrich Wilhelm Kaltschmidt geschaffene Orgel wieder aufgebaut werden.

Von Anfang an sorgte der Verein dafür, die Altkünkendorfer Kirche über die regelmäßig stattfindenden Gottesdienste hinaus mit Leben zu füllen. Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen des Biosphärenreservats finden statt. Auf Grund ihrer besonderen landschaftlichen Lage möchte man das Kirchengebäude im Naturschutzgebiet "mit dem biblischen Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung in einer friedlichen Welt verbinden". Der 34 Meter hohe Turm der Dorfkirche Altkünkendorf wird noch in diesem Jahr öffentlich begehbar gemacht, um Besuchern einen Rundblick auf die wunderschöne uckermärkische Endmoränenlandschaft mit dem UNESCO-Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin zu ermöglichen. Die Sanierung und der Ausbau des Kirchturms werden in Bauherrschaft der Stadt Angermünde durch das brandenburgische Umweltministerium mit 180.000 Euro finanziert. Bereits seit 2013 arbeitete der Förderverein an der Planung dieser Maßnahme.

Neben dem Kirchturmprojekt hat der Förderverein auch den Wunsch, der Kirche wieder einen bildhauerisch gestalteten Altaraufsatz als Sinnbild der Verbindung mit der Natur zu geben. Dafür soll ein künstlerischer Wettbewerb ausgeschrieben werden. Auch für dieses ehrgeizige Vorhaben ist man auf Fördergelder und auf private Spenden angewiesen. Die Altkünkendorfer sind jedoch optimistisch, ihre ehrgeizigen Vorhaben bald umsetzen zu können.

Weitere Informationen: Förderverein Dorfkirche Altkünkendorf e.V.; Hans-Jürgen Bewer; Altkünkendorfer Str. 24; 16278 Angermünde / OT Atkünkendorf; Tel.: 033337-40027; Mail: kontakt@die-dorfkirche.de oder bewer-akuedo@gmx.de.


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